Die Rosskastanie beginnt zu blühen!

Rosskastanie
Rosskastanie

In den nächsten Tagen werden die ersten Kastanien ihre Blüten entfalten. Es sind wunderschöne weiße Kerzen, die noch dazu einen intensiven Duft verbreiten. Grund genug, den Baum, der ganz offiziell Rosskastanie heißt, mal etwas genauer vorzustellen.

Die Rosskastanie ist nicht mit der Esskastanie verwandt

Der Baum gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse, von denen die meisten Arten in tropischen Regionen heimisch sind. Mit der Esskastanie ist er übrigens nicht verwandt, auch wenn sich die Früchte auf den ersten Blick ähneln.

Weiße und rote Blüten

Weltweit gibt es viele unterschiedliche Arten von Rosskastanien. Bei uns ist die Gewöhnliche Rosskastanie mit weiß-lila-gelblichen Blüten (Aesculus hippocastanum, siehe Foto) die bekannteste, seltener sieht man die Verwandte mit roten Blüten. In diesem Artikel geht es aber ausschließlich um die weißblütige. Die war vor Urzeiten in Europa heimisch, zog sich aber während der Eiszeiten in den Balkanraum zurück. Später wurde sie vom Menschen nach Mitteleuropa zurückgebracht. Grund waren vermutlich die Früchte, die als Futter für Pferde dienten.

Beliebter Biergarten-Baum

Es heißt, dass der Sonnenkönig Ludwig XIV eine besondere Vorliebe für den Baum hatte. Er ließ ihn überall in Parks anpflanzen und sorgt womöglich auf diese Art mit für die Verbreitung. Heute ist die Rosskastanie überall in Deutschland heimisch. Sie wächst an Straßenrändern, in Parks und oft auch in Biergärten – dort ist sie so beliebt, weil sie viel Schatten spendet.

Unverwechselbar dank ihrer Blätter

Die Kastanie wird bis zu 30 Meter hoch und kann bis zu 300 Jahre alt werden. Wenn sie keine Blätter trägt, kann man sie an den nach oben gerichteten Zweigen mit dicken Knospen gut erkennen. Unverwechselbar sind auch die Laubblätter, die aus fünf bis sieben bis zu 18 Zentimeter langen Einzelblättern bestehen.

Was es mit dem gelben Fleck auf sich hat

Jetzt aber beginnt die Blütezeit, die aufrecht stehenden Kerzen sind an den Bäumen schon zu erkennen. Es lohnt sich, mal genauer hinzusehen, denn die Blüten sind wirklich unbewöhnlich. Sie haben fünf Blütenblätter, die einen gelben Fleck haben, wenn sie befruchtungsfähig sind. Sie produzieren dann einen sehr zuckerreichen Nektar. Auf Bienen und Hummeln üben die Blüten eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Sobald eine Blüten bestäubt ist, färbt sich der gelbe Fleck (Saftmal genannt) rot. Interessanterweise scheinen Insekten zu wissen, dass es dort dann keinen Nektar mehr gibt – sie fliegen nur die roten Blüten an.

Glänzende Früchte

Im September/Oktober sind die Samen reif – glänzende braune Früchte, die von einer stacheligen Kapsel umgeben sind. Die platzt irgendwann auf und die Kastanien fallen zu Boden. Zur Freude von Kindern, die aus den Kugeln gerne Figuren basteln. Und von Tieren wie etwa Eichhörnchen, die die Kastanien als Wintervorrat sammeln.

Winziger Feind: die Miniermotte

So groß und stark ein Kastanienbaum werden kann: Seit einigen Jahren hat er einen winzigen Feind, der ihm sehr zu schaffen macht. Es ist die Miniermotte, deren Raupen sich in den Blättern entwickeln (erkennbar an den Fraßgängen) und dafür sorgen, dass die Blätter schon im Sommer braun werden und absterben. Das schwächt den Baum, der dann nicht mehr so viele Nährstoffe aufnehmen kann. Versuche, das massenhafte Vermehren des Schädlings zu verhindern, sind bisher fehlgeschlagen. Am wirkungsvollsten ist es, das befallene Laub aufzusammeln und zu vernichten, damit die Raupen nicht überwintern können.

Meisen helfen der Rosskastanie

Aber inzwischen haben Blau– und Kohlmeisen die Insekten als willkommene Nahrungsquelle entdeckt. Experten haben beobachtet, dass die Vögel in größeren Schwämen die Blätter der Rosskastanie gezielt absuchen und die Raupen aufpicken. Das Anbringen von Meisenkästen neben befallenen Bäumen hat tatsächlich schon Erfolge gebracht.

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