Seltene Begegnung: die Rotbauchunke

Die Rotbauchunke gehört zu den ganz seltenen Erscheinungen in Berlin und Brandenburg. Mit etwas Glück aber kann man den streng geschützten kleinen Froschlurch, der es auf gerade mal fünf Zentimeter Länge bringt, in sonnigen Gewässern sehen. Und manchmal auch hören.

Woher die Rotbauchunke ihren Namen hat

Der Name „Rotbauch“ ist etwas irreführend, denn die Unke ist an ihrer Unterseite nicht rot, sondern dunkelgrau mit einem orangeroten Fleckenmuster. Die Oberseite ist dunkelgrau und hat weiße Punkte. Meist sieht man aber nur die Augen, die aus dem Wasser herausragen, wenn die Rotbauchunke ein Sonnenbad nimmt (und ganz nebenbei nach Insekten Ausschau hält).

Lebensraum Flachgewässer

Bevorzugter Lebensraum der Rotbauchunke (Bombina bombina), die auch als Feuerkröte bezeichnet wird, sind sonnig gelegene Flachgewässer mit viel Vegetation, Überschwemmungsbereiche und Kleingewässer auf Äckern und Wiesen (sogenannte Sölle). Man kann ihr aber auch in flachen Bereichen von Seen und in Gräben begegnen.

Melancholischer Gesang der Männchen

Wenn im April die Paarungszeit beginnt, werden die Männchen zu begabten Sängern. Bis Juni werben sie mit melancholischen Rufen, die manchmal wie der Gesang eines Vogels klingt, um Weibchen. Wer genau hinschaut, kann die aufgeblähten Kehlblasen sehen, in denen die Laute erzeugt werden. Nach der Paarung im Wasser legt das Weibchen viele Laichklumpen mit jeweils etwa 30 Eiern an Wasserpflanzen ab. Die Larven fressen Algen und Bakterien von den Pflanzen ab. Sobald sie ausgewachsen sind, ernähren sich Rotbauchunken nur noch von Insekten.

Lebensraum in Gefahr

Den Winter verbringen die Amphibien im Trockenen, zum Beispiel unter Reisighaufen oder Steinen. Im Sommer aber sind sie auf kleine Gewässer angewiesen. Die aber werden immer seltener, werden zugeschüttet oder von gedankenlosen Menschen mit Müll verunreinigt zugemüllt. Auch Dünger, Umweltgifte, das Begradigen von Flüssen und nicht zuletzt das Austrocknen kleiner Gewässer gefährdet die kleine Unke und ist ein Grund dafür, dass sie inzwischen auf der Roten Liste (Kategorie 2) der stark gefährdeten Arten steht. Nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie gilt sie als streng zu schützende Art, für die sogar Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen, wenn sie an einem Gewässer entdeckt wird. Geholfen hat ihr das alles bisher allerdings wenig.

Die Wanderung der Rotbauchunke

Hinzu kommt nämlich noch ein weiteres Problem: Wenn die Rotbauchunke im Frühling und im Herbst vom bzw. zum Winterquartier wandert, muss sie meist Straßen überqueren – und das überleben viele Tiere nicht. Mit Amphibienzäunen wird immerhin versucht, die wandernden Tiere vor dem Tod unter dem Autoreifen zu bewahren.

Wer eine Rotbauchunke entdeckt, den bittet der Nabu darum, ihm die Stelle zu melden. Tun kann man das auf der Naturgucker-Internetseite des Nabu.

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