Sag‘ es durch die Eisblume

 

Es wird kalt in Berlin. Kalt genug für ein Pflänzchen, das nur dann zu sehen ist, wenn es so richtig knackt vor Kälte: die Eisblume. Dieses Wunder der Natur „wächst“ an Fensterscheiben, umrankt Zweige von Büschen und Bäumen und ist sehr vergänglich. Ein Atemhauch – und die zarten, erstaunlich gleichmäßigen Kristalle sind verschwunden.

Die Eisblume – ein Kunstwerk am Fenster

Biologen lassen die Schönheit links liegen, denn sie ist ja keine wirkliche Pflanze, sondern entsteht, wenn es draußen kälter und drinnen wärmer als null Grad ist, die Fenster nicht sonderlich wärmedämmend sind und vielleicht ein paar Staubkörnchen auf der Scheibe kleben. Wasserdampf gefriert und bildet die Kristalle, die in Zeiten von Mehrfachverglasung selten geworden sind. Manchmal sieht man Eisblumen aber auch rund um Knospen und Blüten von Pflanzen.

Frostige Schönheit: die Meer-Eisblume

Und im hohen Norden gibt es noch eine weitere Form: die Meer-Eisblume. Die wächst tatsächlich, und zwar auf Eis, das durch den Wind aufgerissen wurde und neu zufriert. Sie ist wesentlich stabiler als die heimischen Eisblumen. Kein Wunder – immerhin gibt es zum Beispiel im Norden Skandinaviens Temperaturen, die wir nur selten erreichen. Was die Menschen in Jukkasjärvi (Nordschweden) übrigens dazu gebracht hat, alljährlich ein ganzes Hotel aus Eis zu bauen – ein blauschimmernder Palast, in dem Hartgesottene auf Rentierfellen übernachten. Eisblumen gibt es dort auch: auf den Wodkagläsern, die an der Eisbar gereicht werden.

Eisblumen zum Selbermachen

Wer selbst mal Eiskristalle züchten möchte, der bringt 200 Milliliter Wasser in einem Topf zum Kochen, rührt ungefähr 40 Gramm Kochsalz hinein und lässt es auflösen. Dann schüttet man das Ganze in ein Glas, bindet eine Unterlegscheibe aus Metall an einen Wollfaden und hängt ihn in die Flüssigkeit. Das andere Ende des Fadens wird am Glas befestigt. Nun braucht man Geduld. Denn das Glas kommt jetzt nach draußen in die Kälte, wo das Wasser nach und nach verdunstet. Was bleibt, sind zarte Kristalle an der Unterlegscheibe.

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