Sauerampfer: gesund, lecker und anspruchslos

Sauerampfer
Sauerampfer

Sauerampfer gehört zu den Pflanzen, die man gerne mit Unkraut verwechselt. Und er ist ein bisschen eine Schönheit für den zweiten Blick. Dabei ist er ein erstaunliches Gewächs, mit dem man sich mal etwas gründlicher beschäftigen sollte.

Sauerampfer und seine Blüten

Der Wiesen-Sauerampfer wird bis zu einen Meter hoch. Seine stängelumfassenden Blätter sind länglich und haben die Form eines rund zulaufenden Pfeils. Die Blüten sind winzig, rötlich-grün und bilden dichte Rispen. Oft bemerkt man die Pflanze erst, wenn sie blüht.

Der Wind hilft bei der Verbreitung

Blütezeit ist von Mai bis August. Der Sauerampfer braucht keine Insekten für die Bestäubung – das übernimmt meist der Wind. Später bilden sich kleine Nussfrüchte, die am Fell von Tieren festhaften und so verbreitet werden. Aber dank ihrer Form werden sie auch mit dem Winde verweht.

Sauer und lecker

Sauerampfer (Rumex acetosa), der zu den Knöterich-Gewächsen gehört, macht seinem Namen wirklich alle Ehre: Seine Blätter schmecken angenehm säuerlich. Das macht ihn zu einer leckeren Zutat für Salate. Verwendet werden die jungen Blätter und Spross-Spitzen. Man bereitet ihn zu wie Spinat und kann beide Gemüse auch miteinander vermischen. Auch Suppen gibt Sauerampfer einen kräftigen Geschmack – in der berühmten Frankfurter Grünen Soße ist er enthalten.

Mittel gegen Bauchschmerzen und Skorbut

Die Pflanze enthält Gerbstoffe, Eisen, Magnesium, Kalium, Vitamin A und außerdem so viel Vitamin C, dass Seeleute sie früher mit auf Fahrt nahmen – als Mittel gegen Skorbut. Auch die alten Ägypter, Griechen und Römer kannten Sauerampfer und nutzten ihn als Heilfplanze gegen Bauchschmerzen (die Pflanze hilft beim Verdauen fetter Speisen), gegen Fieber und Erkältung, zur Blutreinigung und Entschlackung. Sie ist übrigens auch Zutat in manchen Arzneimitteln, zum Beispiel Sinupret.

Vorsicht, Oxalsäure

Weil Sauerampfer viel Oxalsäure enthält, sollten Kinder nicht allzu viele Blätter essen. Auch nieren- und rheumakranke Menschen sollten das Gewächs lieber stehen lassen. Auch Patienten mit Eisenmangel sollten darauf verzichten, obwohl viel Eisen enthalten ist: Die Oxalsäure behindert die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Generell sollte man nur frische, junge Blätter nehmen – ältere Blätter mit Löchern und Flecken können schon mal Magenschmerzen verursachen.

Auf intensiv bewirtschafteten Äckern ist er häufig

Sauerampfer wächst bevorzug auf nährstoff- und stickstoffreichen Böden. Auf Flächen mit intensiver Landwirtschaft ist er besonders häufig und aufgrund seiner tiefen Wurzeln nicht beliebt – die Folge: Oft wird er mit Pestiziden bekämpft. Wer ihn sammeln möchte, sollte solche Äcker unbedingt meiden – man findet ihn auch auf Brachflächen und Wiesen. Nur trockene Flächen mag er nicht.

Sauerampfer: Kinderstube für Schmetterlinge

Im Garten wird die Pflanze zur Kinderstube für Raupen des Braunen Feuerfalters, des Dukatenfalters und anderer Schmetterlinge, man sollte sie also nicht einfach als Unkraut herausreißen – immerhin liefert die Pflanze immer wieder frische junge Blätter für Suppen und Salate.

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