Sanddorn – saure Kügelchen mit viel Vitamin C

Sanddorn Foto: Silke Böttcher
Sanddorn Foto: Silke Böttcher

Wenn man Sanddorn sieht, dann denkt man oft unwillkürlich ans Meer. Vielleicht weil er dort häufig zu sehen ist. Ulkigerweise aber kommen viele der Sanddorn-Produkte, die man dort kaufen kann – vom Likör bis zur Kosmetik – aus Brandenburg. Im Werderaner Ortsteil Petzow hat die Unternehmerin Christine Berger eine Sanddorn-Welt erschaffen, mit Frucht-Erlebnis-Garten, Hofladen und natürlich einem Café, in dem man ziemlich leckere Sanddorn-Kuchen bekommt.

Der Sanddorn liebt sandigen Boden

Aber die Pflanze mit den knallorangefarbenen Früchten wächst auch anderswo in Brandenburg. Sehr häufig ist sie nicht, aber dort, wo der Boden sandig und die Lage sonnig ist, stehen die Chancen gar nicht so schlecht. Eine besondere Vorliebe hat der Sanddorn für Dünen (das sagt ja schon der erste Teil des Namens), man findet ihn aber auch in Parks und Gärten. Wenn man nicht sicher ist, kann man die Nase zu Hilfe nehmen, denn die Sanddorn-Früchte duften ziemlich intensiv.

Orangegelbe Vitaminbombe

Wer gleich zugreifen und die Beeren pflücken möchte, sollte zwei Dinge bedenken. Erstens: Der zweite Teil des Namens heißt nicht ohne Grund „Dorn“ – der meist mannshohe Strauch mit seinen langen schmalen Blättern ist ziemlich wehrhaft. Und zweitens: Die Früchte sind, naja, sauer. Dafür aber enthalten sie wesentlich mehr Vitamin C als Orangen oder Zitronen. Auch Vitamin B12 steckt in den Früchten und das Öl ist reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Carotinen.

Mittel gegen Erkältung

Kein Wunder, dass der Sanddorn auch in der Naturmedizin eingesetzt wird. Sein Vitamin-C-Gehalt macht ihn zum guten Mittel gegen Erkältung und Frühjahrsmüdigkeit, die Inhaltsstoffe wirken gegen Durchfall, Hautprobleme und stärken das Immunsystem. Inzwischen gibt es sogar Kosmetikprodukte mit Sanddorn.

Leckeres Sanddorn-Gelee

Auch in der Küche findet Sanddorn Verwendung. Der pure Saft ist nicht jedermanns Sache (sauer macht zwar lustig, ist aber nicht unbedingt lecker), aber wenn man ihn kauft, sollte man trotzdem den ungesüßten nehmen und dann zum Beispiel mit Wasser verdünnen oder mit süßeren Obstsäften vermischen. Wenn man Gelierzucker (ein Kilogramm auf einen Dreiviertelliter Sanddornsaft) dazugibt und das Ganze unter Rühren zum Kochen bringt, entsteht ein richtig leckeres Gelee. Wer mag, mischt den Sanddornsaft mit Apfel- oder Orangensaft, bevor er Gelierzucker dazugibt. Auch Zitrone und ein Hauch Orangenlikör passen dazu.

Aus den Früchten kann man übrigens auch Tee machen (die getrockneten Kügelchen einfach mit heißem Wasser aufgießen und nach Belieben süßen). Was entsteht, ist ein Getränk, dessen Farbe an die Sonne erinnert – kein Wunder, dass es im trüben Herbst besonders gut schmeckt.  

 Frucht-Erlebnis-Garten Christine Berger: Fercher Str. 60, 14542 Werder OT Petzow, www.sandokan.de

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