Schafgarbe – die Heilpflanze der Frauen

Schafgarbe
Schafgarbe Foto: Silke Böttcher

Die Schafgarbe ist eine dieser Pflanzen, die am Wegrand oft übersehen werden. Dabei ist sie eine der bekanntesten Heilpflanzen überhaupt. Und wirklich nicht selten. Etwas mehr Aufmerksamkeit hat sie also absolut verdient.

Die Schafgarbe hat kleine weiße Blüten

Die Pflanze, die zu den Korbblütlern gehört, wird etwa 60 Zentimeter hoch. Ihre Blätter sind länglich und zart gefiedert – ein bisschen wie sehr dünne Farnblätter. Die Blüten der Schafgarbe, die im Mai und Juni erscheinen, stehen in dichten Dolden, deren Form ein bisschen an Schirme erinnert. Jede einzelne der kleinen weißen (gelegentlich auch zartrosafarbenen) Blüten hat fünf Blätter, die leicht gezackt sind.

Duftende Pflanze

Die Schafgarbe verströmt einen aromatischen Duft – das sind die ätherischen Öle wie Kampfer und der sekundäre Pflanzenstoff Cumarin (er steckt zum Beispiel im Waldmeister, dem er den typischen Geruch verleiht).  Es lohnt sich also, die Nase in die Blütendolden der Schafgarbe zu stecken.

Ein Pionier an Wegrändern und auf Brachen

Sehen kann man die Pflanze vor allem auf Wiesen, an Wegrändern und auf Halbtrockenrasen. Sie gehört zu den Pionierpflanzen, die auch Brachen besiedeln. Und dort sollte man sie unbedingt stehenlassen, denn sie befestigt den Boden.

Wichtige Heilpflanze

Interessant ist, dass Schafgarbe schon sehr lange als Heilpflanze bekannt ist. Die Indianer kannten sie ebenso wie die Germanen und die Chinesen (wobei Letztere die getrockneten Stängel als sogenanntes Orakel für Weissagungen genutzt haben). Eingesetzt wird Schafgarbe (in Form von Tee oder als Tinktur) vor allem gegen Frauenkrankheiten, Menstruationsbeschwerden, Gastritis, Nierenschwäche, Entzündungen, Zahnschmerzen, Rheuma und Kreislaufschwäche (die Liste ließe sich noch lange fortsetzen).

Was Achilleus mit der Schafgarbe zu tun hat

Außerdem regt sie die Wundheilung an. Das bescherte ihr übrigens auch ihren Gattungsnamen Achillea ein. Er bezieht sich auf den Helden Achilles, der Wunden mit Schafgarbe geheilt haben soll. Und wenn wir schon mal dabei sind: Der zweite Teil des Namens, millefolia, bedeutet so viel wie Tausendblatt, und das beschreibt die fiedrigen Blätter.

Spitznamen von Bauchwehkraut bis Lämmlizunge

Bei einer Pflanze mit so vielen Heilwirkungen ist es kein Wunder, dass sie viele Spitznamen hat. Manche nennen sie Achilleskraut, andere Blutstillkraut. In einigen Gebieten Österreichs heißt sie Bauchwehkraut, in Straßburg Heil all Schaden. Auch ein paar originelle Namen sind dabei: Jungfrauenaug, Schnitzelquäck, Lämmlizunge, Gotteshand. Der wohl lyrischste lautet Augenbraue der Venus (Supercilium veneris) – ein Hinweis auf die Heilkraft für Frauen. Ziemlich eindrucksvoll für eine so unauffällige Pflanze, oder?

Weitere Geschichten über Heilpflanzen

582 total views, 1 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis