Schattenblümchen im Grunewald

Zweiblättrige Schattenblume
Zweiblättrige Schattenblume Foto: Silke Böttcher

Das Zweiblättrige Schattenblümchen macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Es wächst hauptsächlich in Laub- und Nadelwäldern und würde es dort schaffen, sich unsichtbar zu machen, wenn es nicht in so großer Zahl zusammenstehen würde. So bildet es ein weißleuchtendes Feld mitten im Wald, das man beim Wandern gut sehen kann. Im Grunewald kann man dem Schattenblümchen begegnen.

Das Schattenblümchen blüht ab Mai

Die Pflanze gehört zur Familie der Spargelgewächse (früher wurde sie zu den Maiglöckchengewächsen gezählt). Sie wird nur etwa fünf bis 20 Zentimeter hoch. Zwischen den großen, leicht herzförmigen Blättern ragt die Traube mit ihren winzigen weißen Blüten, die von Mai bis Juli zu sehen sind.

Duftende weiße Sternblüten

Es sind zarte Sterne mit vier sehr schmalen Blütenblättern, die an kurzen Stielen sitzen und angenehm duften. Bestäubt werden sie vor allem von kleinen Fliegen. Sollten Bestäuber mal ausbleiben, weiß sich das Schattenblümchen aber zu helfen und bestäubt sich selbst.

Die Früchte sind giftig

Nach der Blüte bilden sich dunkelrote Beeren, die man mit denen der Preiselbeere verwechseln könnte (an den Blättern kann man die beiden Pflanzen aber gut unterscheiden – die der Preiselbeere sind sehr klein, fast rund und sehr fest). Vor der Reife sind die Beeren der Schattenblume rosarot gefleckt. Essbar sind die im September und Oktober erscheinenden Früchte des Schattenblümchens nicht, sie enthalten leicht giftige Saponine. Auch die anderen Teile der Pflanze sind giftig.

Verwandtschaft mit dem Maiglöckchen

Die Schattenblume ist verwandt mit dem Maiglöckchen, dessen Blüten allerdings ganz anders aussehen (sie sind glockenförmig und deutlich größer) und mit dem Salomonssiegel (seine Blüten sind lang, weiß und hängen nach unten). Beide Pflanzen sind ebenfalls giftig.

Verbreitung durch einen unterirdischen Wurzelstock

Übrigens gibt es einen Grund dafür, dass Schattenblümchen in Gruppen zusammenstehen. Das liegt am unterirdischen Wurzelstock, aus dem sich die Pflanzen vermehren. Meist fängt es mit einer Pflanze an, die an einem Standort wurzelt und sich dann  vegetativ vermehrt.

Schattenblümchen mögen es dunkel und feucht

Der Anblick des weißblühenden Flecks im Wald ist jedenfalls sehr reizvoll, und wie der Name der Pflanze schon sagt: Mit mangelndem Licht hat das Schattenblümchen keine Probleme. Es bevorzugt humusreiche und nicht zu trockene Standorte. Im Garten (man kann das Schattenblümchen auch in Gärtnereien kaufen) sind schattige, feuchte Stellen sehr geeignet – die Pflanze wird zum Bodendecker.


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