Schillerfalter – der Schmetterling der Liebe

Großer Schillerfalter Foto: Eberhard Müller
Großer Schillerfalter Foto: Eberhard Müller

Wenn man diesem Schmetterling begegnet, dann wird sofort klar, warum er seinen Namen trägt: Großer Schillerfalter. Die Flügel des Insekts schillern beim richtigen Lichteinfall in leuchtendem Blau. Weiße  Linien und zwei orangefarbene „Augen“ geben dem Schillerfalter ein fast exotisches Aussehen. Neben dem Trauermantel und dem Schwalbenschwanz ist er der wohl auffälligste heimische Schmetterling. Zu sehen bekommt man ihn leider nur selten, aber mit etwas Glück kann man ihn in der Natur in Berlin und Brandenburg entdecken.

Die Flügelinnenseite macht den Schillerfalter unsichtbar

Mir ist mal eine ganze Gruppe von Schillerfaltern in der Nähe von Strausberg begegnet. Sie flatterten dicht über dem Weg, immer einen Schritt zu weit entfernt für ein Foto. Und wenn sie sich irgendwo niedergelassen hatten, klappten sie die Flügel einfach zu – und wurden unsichtbar. Denn die Flügelunterseite des  Falters ist braun-weiß-schwarz gemustert, auffälligstes Detail sind große Augenflecke  in orange.

Vorliebe für Aas und Teer

Sobald der Schillerfalter fliegt, kann man ihn nicht übersehen. Das liegt nicht nur an der spektakulären Farbe, sondern auch an der Größe: Der Schmetterling des Jahres 2011 wird bis zu sechseinhalb Zentimeter groß.  Dass man ihn häufig auf dem Boden sitzen sieht, ist einer seltsamen Angewohnheit zu verdanken: Der Falter hat eine Vorliebe für intensive Gerüche. Aas-, Kot- und sogar Teergeruch ziehen ihn an, und wer ihn anlocken möchte, der kann ein Stück überreifen Käse auslegen, bevor er die Kamera aufs Stativ stellt. Der Schillerfalter ist nämlich eine der wenigen Schmetterlingsarten, die sich nicht von Nektar ernähren, sondern von Exkrementen und Aas. Nur deshalb sieht man ihn am Boden, ansonsten hält er sich meistens in Baumwipfeln auf.  Sein bevorzugter Baum ist die Salweide, die den Raupen als Futterpflanze dient. Aber auch andere Weidenarten Eichen schätzt er sehr.

Raupen überwintern an Weidenzweigen

Unterwegs ist der Große Schillerfalter von Mitte Juni bis Ende August, und am ehesten kann man ihn zur Mittagszeit entdecken. Wenig später schlüpfen die Raupen, die knallgrün sind und auffällige Hörner tragen. Im Herbst halten sie es wie die Blätter, auf denen sie leben: Sie färben sich braun und überwintern an den Zweigen. Im Frühling werden sie wieder grün, bis sie sich im Mai verpuppen und das Aussehen von Weidenblättern annehmen.

Der Große Schillerfalter ist sehr selten

Wer einen Großen Schillerfalter sieht, der darf sich freuen, denn der Schmetterling ist sehr selten – in ganz Deutschland steht er auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Schuld am Rückgang der Art ist das Verschwinden von Weidenbüschen. Dabei besagt schon der Gattungsname des Falters Besonderes: „Apatura iris“ heißt er – und das heißt übersetzt „Schmetterling der Liebe“.

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