Begegnung mit dem Kleinen Schmalbock

Kleiner Schmalbock
Kleiner Schmalbock

Bei einem Ausflug am Wochenende ist mir ein Kleiner Schmalbock begegnet – ein wunderschöner Käfer mit langen, gebogenen Fühlern. Er saß auf einer Brombeerblüte und ließ sich den Nektar schmecken.

Der Kleine Schmalbock macht seinem Namen viel Ehre

Es ist ein schmal gebauter Käfer – und macht damit seinem Namen wirklich Ehre. Sein Körper verjüngt sich nach hinten und die Flügeldecken sind beim Männchen gelbbraun, beim Weibchen auffällig rot-schwarz mit schwarzer Flügelnaht. Das Foto müsste also ein Männchen zeigen. Der Kopf ist vergleichsweise klein mit seitlich abstehenden Augen, die Beine sind lang und dünn.

Gebogene Fühler

Der Kleine Schmalbock (Stenurella melanura) wird etwa einen Zentimeter lang, seine Fühler ebenfalls. Er gehört zur Familie der Bockkäfer, die diesen Namen tragen, weil die langen, gebogenen Fühler ein bisschen an die Hörner eines Steinbocks erinnern.

Der Käfer ist (noch) ziemlich häufig

Weltweit gibt es etwa 25.000 Arten, und einige davon sind sehr groß (der größte ist der brasilianische Riesenbockkäfer, der auf stolze 17 Zentimeter Körperlänge – Fühler nicht mitgerechnet – kommt). Zur Familie gehört auch der Große Eichenbock, der auch als Heldbock bekannt ist und in Deutschland extrem selten geworden ist. Der Kleine Schmalbock ist glücklicherweise noch ziemlich häufig, steht aber unter Schutz. Unterwegs ist er vor allem zwischen Mai und September.

Ein Waldbewohner mit Vorliebe für Totholz

Sein bevorzugter Lebensraum sind sonnige Waldränder und Mischwälder mit ausreichend Totholz. Darin leben die Larven, die zwei Jahre brauchen, bis der Käfer ausschlüpft. Erwachsene Tiere ernähren sich von Pollen und Nektar. Oft saugen sie an Doldenblütlern, aber Brombeerblüten verschmähen sie auch nicht.

Schmalbock und Eremit

Viele Bockkäferarten sind selten geworden, weil Parks und Wälder zu „aufgeräumt“ sind. Wo morsches Holz entfernt und nicht auf dem Boden verrotten darf, verschwinden die Käfer, weil ihre Larven auf Totholz angewiesen sind. Auch aus diesem Grund sind in Deutschland beinahe alle einheimischen Bockkäferarten unter Schutz gestellt worden. Das Foto ist in einem Waldgebiet bei Potsdam entstanden – dort gibt es viele alte Eichen und reichlich Totholz. Ein Paradies, in dem neben dem Kleinen Schmalbock auch der extrem seltene Eremit lebt.

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