Schmetterling des Jahres 2014: der Wolfsmilchschwärmer

Eigentlich gibt es zu dieser Jahreszeit nicht so viel über Schmetterlinge zu erzählen. Einer, der tatsächlich noch fliegt, ist demnächst Thema dieses Blogs. Aber der, um den es heute geht, ist im Sommer unterwegs. Dass er jetzt trotzdem hier vorkommt, hat einen Grund: Der Wolfsmilchschwärmer ist von der Umweltstiftung BUND zum Schmetterling des Jahres 2014 gekürt worden. Grund genug, sich mal mit dem zauberhaften Geschöpf zu befassen.

Seltener Nachtfalter: der Wolfsmilchschwärmer

In Berlin habe ich den Wolfsmilchschwärmer leider noch nicht gesehen, aber in Brandenburg gibt es ihn. Zum Beispiel im Naturpark Dahme-Heideseen südöstlich Berlins, wo er beste Bedingungen findet. Denn der seltene Falter, dessen Bestand in ganz Deutschland stark zurückgegangen ist, braucht nährstoffarme, trockene und warme Standorte und eine Pflanze, die er sogar im Namen trägt: die Zypressen-Wolfsmilch. Von ihr ernähren sich die Raupen des Schmetterlings, der zu den Nachtfaltern gehört.

Spektakulär und giftig

Der Wolfsmilchschwärmer ist ein spektakulärer Schmetterling mit bis zu acht Zentimetern Flügelspannweite. Seine Vorderflügel sind hell- und dunkelbraun gefleckt, die Hinterflügel rot-weiß-schwarz gefärbt – ein deutliches Signal für Fressfeinde, den Falter lieber in Ruhe zu lassen. Das „Vorsicht, giftig“-Zeichen ist übrigens keine Täuschung. Er nimmt die sehr giftigen Bestandteile seiner Hauptfutterpflanze, der Wolfsmilch, auf und ist dadurch selbst auch giftig oder zumindest ungenießbar für die Fressfeinde. Er selbst ist gegen das Gift der Pflanze immun.

Die Wolfsmilch als Kinderstube und Futterlieferant

Die Wolfsmilchpflanzen sind auch das Kinderzimmer des Schmetterlings. Die Weibchen legen ihre blaugrünen Eier an den Pflanzentrieben ab, nach zehn Tagen schlüpfen die Raupen, die mit ihrer schwarz-weiß-roten Färbung ebenfalls sehr auffällig sind.

Der Wolfsmilchschwärmer schwirrt wie ein Kolibri

Die besten Chancen, den Wolfsmilchschwärmer zu sehen, hat man Ende Mai bis Juli in der Dämmerung, wenn man sich einen guten Aussichtspunkt nahe einiger Wolfsmilch-Pflanzen sucht. Erkennen kann man den Schmetterling daran, dass er vor den Blüten schwirrt – er sieht dann beinahe aus wie ein kleiner Kolibri. Ihre langen Saugrüssel sind gut geeignet, um an den Nektar der Wolfsmilchblüten zu kommen.

Sein Lebensraum verschwindet immer mehr

Was dem Falter schadet, sind Verbuschung seines Lebensraums und Nährstoffe aus der Landwirtschaft. Deshalb steht der Wolfsmilchschwärmer in Deutschland auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Bleibt zu hoffen, dass ihm die Aufmerksamkeit, die ihm die Wahl zum Schmetterling des Jahres 2014 beschert, hilft.

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