Schön und giftig: das Pfaffenhütchen

Das, was da auf dem Foto zu sehen ist, sieht aus wie eine Blüte. Aber der Gewöhnliche Spindelstrauch blüht im Mai – und dieses Foto ist im Herbst entstanden. Es zeigt den Fruchtstand des Strauchs. Und wenn man sich das Bild so ansieht, dann wird klar, warum das Gewächs auch als Pfaffenhütchen bekannt ist: Mit der rosaroten Haube und den orangefarbenen Samen sehen die Früchte wirklich aus wie der Hut eines Geistlichen.

Das Pfaffenhütchen hat unscheinbare Blüten

Selten ist das Pfaffenhütchen nicht, aber in Berlin habe ich es noch nicht allzu oft gesehen. Es ist ein etwa drei Meter hoher Strauch, der gerne an Wald- und Wegrändern  wächst und dichte Hecken bilden kann. Seine Blüten sind unscheinbar, aber im Herbst fällt es nicht nur durch seine Fruchtstände, sondern auch durch die knallrot verfärbten Blätter auf. Das macht das Pfaffenhütchen auch bei Gartenbesitzern beliebt.

Orgelpfeifen und Winterfutter für Vögel

Für die Natur ist das Pfaffenhütchen äußerst wertvoll. Es verhindert mit seinen flachen Wurzeln die Erosion an Böschungen. Aus seinem Holz hat man früher Orgelpfeifen und Spindeln (deshalb der Name Spindelstrauch) gemacht. Sein Nektar ist bei vielen Insektenarten von der Fliege bis zur Ameise sehr begehrt und im Winter freuen sich Elstern, Drosseln und Rotkehlchen über die Samen. Und sorgen so ganz nebenbei für die Verbreitung des Pfaffenhütchens.

Das Pfaffenhütchen ist giftig

Den Vögeln schadet die Mahlzeit nicht, aber für Menschen ist das Pfaffenhütchen ziemlich giftig. Was auch erklärt, warum es 2006 zur Giftpflanze des Jahres gewählt wurde. Sämtliche Teile der Pflanze sind giftig, der Genuss der Samen kann Kreislaufstörungen und Koliken verursachen – es hat sogar schon Todesfälle gegeben.

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