Waldsauerklee: Schönheit im Schatten

Waldsauerklee Foto: Silke Böttcher
Waldsauerklee Foto: Silke Böttcher

Er sieht ein bisschen aus wie der Glücksklee, den man gerne zu Silvester in Töpfchen verschenkt. Der mit den vier Blättern mit dunkelrotem Punkt und dem Schornsteinfeger aus Pfeifenputzern in der Mitte. Und die Ähnlichkeit ist kein Zufall, denn der Waldsauerklee ist ein Verwandter. Etwas weniger exotisch und mit nur drei Blättern. Ich finde ja nicht, dass man fürs Glück unbedingt vier Kleeblätter braucht. Aber man müsste in der Berliner Natur auch ziemlich lange suchen, um einen wildwachsenden Glücksklee zu finden – das Gewächs stammt nämlich aus Mexiko und ist hierzulande nur als Zierpflanze zu bekommen. Der Waldsauerklee dagegen ist gerade überall im Wald zu sehen.

Waldsauerklee liebt Dunkelheit

Das Gewächs ist zwar nicht offiziell als Glücksbringer anerkannt, aber es verdient trotzdem mehr Aufmerksamkeit. Denn der Waldsauerklee schafft etwas, das außer ihm keine Pflanze kann: Er verträgt mehr Schatten als alle anderen, auch den Farn lässt er in Sachen Lichtscheu hinter sich – selbst in fast völliger Dunkelheit kann er noch wachsen. Mit Sonne wird er aber auch fertig: Er  klappt einfach seine Blätter nach unten und schützt sich so vor Wasserverlust.

Auch bei den wunderschönen Blüten beweist der Waldsauerklee Einfallsreichtum. Er bildet zwei Arten von Blüten. Geschlossene, an die kein Insekt kommt und die sich selbst bestäuben und glockenförmige, die von Bienen und Hummeln besucht werden – sie sind schneeweiß oder zartrosafarben und haben auffällige violette Adern. Interessant ist, dass die geschlossenen Blüten mehr Samen bilden als die offenen. Sobald sie reif sind, werden sie durch einen speziellen Mechanismus in die Gegend geschleudert.

Heilmittel mit saurem Geschmack

Seinen Namen verdankt der Waldsauerklee dem Kleesalz (Kaliumoxalat), das in ihm enthalten ist. Und wer die Blättchen kostet, der weiß auch, was es mit dem Zunamen „sauer“ auf sich hat. Allerdings sollte man nicht zu viele Blätter genießen, denn in großen Mengen ist Sauerklee giftig. In kleinen Mengen genossen wirkt die Pflanze blutreinigend und fiebersenkend.

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