Majestätischer Greifvogel: der Seeadler

Seeadler
Seeadler

Der Seeadler gehört zu den besonders eindrucksvollen heimischen Vogelarten. Er ist ein Riese mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,40 Metern und einem Gewicht von knapp vier bis knapp sieben Kilogramm, mit riesigen Fängen und einem mächtigen Körper. Umso erstaunlicher ist es, mit welcher Eleganz er sich am Himmel bewegt. Allzu häufig ist der prachtvolle Greifvogel nicht. Aber mit etwas Glück kann man ihn an und über menschenleeren märkischen Gewässern sehen.

Der Seeadler wurde intensiv verfolgt

Lange Zeit wurde der größte Greifvogel Europas vom Menschen gnadenlos verfolgt, und zwar so effektiv, dass er Anfang des 20. Jahrhunderts in beinahe ganz Westeuropa ausgerottet war und in Mitteleuropa nur noch ganz wenige Tiere lebten, die meisten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Gefahr für Greifvögel durch DDT

Anfang des 20. Jahrhunderts gab es zum ersten Mal Versuche, den Seeadler zu schützen, und tatsächlich nahmen die Zahlen wieder zu. Allerdings nur für kurze Zeit – und wieder war der Mensch die Ursache. Oder vielmehr ein Insektizid, das er entdeckt hatte: DDT. Doch das Mittel tötete nicht nur Landwirtschaft-Schädlinge, sondern war, wie sich herausstellte, auch eine Gefahr für größere Tiere und sogar den Menschen. Bei Greifvögeln sorgte das Gift dafür, dass die Schalen ihrer Eier deutlich dünner waren und kaum noch Nachwuchs schlüpfte. Anfang der 1970er Jahre wurde DDT verboten, und seither gibt es auch wieder mehr Seeadler.

Gedrungener Vogel mit gelbem Schnabel

Der große Greifvogel, den man an seiner gedrungenen Gestalt, dem keilförmigen Schwanz, dem hellen Kopf mit dem kräftigen gelben Schnabel, dem braungemusterten Gefieder und den eindrucksvollen gelben Fängen gut erkennen kann, lebt an großen Seen und Flüssen, bevorzugt an Orten, wo es auch Wälder gibt. Und – natürlich – Wasservögel. Denn der Seeadler ernährt sich nicht ausschließlich von Fisch, er erbeutet auch Vögel wie Blässhühner, Graugänse und Stockenten, außerdem Säugetiere (vom Kaninchen bis zur Maus), und selbst Aas verschmäht er nicht.

Ein geschickter Jäger

Bei der Jagd ist der Vogel äußerst geschickt. Er kann sehr schnell fliegen (bis zu 60 km/h) und ist sehr wendig – so gelingt es ihm, zum Beispiel fliegende Gänse zu erbeuten. Allerdings bevorzugt er es ruhiger: Gerne sucht er sich Sitzwarten, von denen aus er das Geschehen am Wasser gut beobachten kann. Kranke oder junge Vögel sind eine leichte Beute für den Greif, Blässhühner ebenfalls, denn sie fliegen nicht auf, wenn sich der Seeadler nähert, sondern schließen sich zu Gruppen zusammen und laufen flügelschlagend übers Wasser. Oft fliegt der Adler auch direkt über dem Gewässer und holt Fische buchstäblich im Fluge aus dem Wasser.

Riesige Nester in hohen Bäumen

Zur Brutzeit bauen die Greifvögel riesige Horste in hohen Bäumen, die sie mit Moos auspolstern. Schon Mitte Februar beginnen sie mit der Eiablage, der Nachwuchs schlüpft nach etwa einem Monat. Die Jungtiere brauchen nur etwa zwei Monate, bis sie das Nest erstmals verlassen und noch einmal zwei bis drei Wochen, bis sie fliegen können.

Seeadler gehören in Mitteleuropa zu den Standvögeln, die auch im Winter in ihren Gebieten bleiben. Vorausgesetzt natürlich, die Gebiete bleiben für sie nutzbar.

Seeadler leiden unter Bleimunition

Obwohl die großen Vögel unter Schutz stehen und ihre Zahlen zurzeit auch steigen, leiden sie nach wie vor unter illegaler Verfolgung, außerdem gibt es immer wieder tödliche Kollisionen mit Stromleitungen und Windrädern. Hinzu kommen Vergiftungen durch Bleimunition, die leider immer noch in vielen Bundesländern von Jägern genutzt wird. Da Seeadler auch Aas fressen, nehmen sie das Blei auf und sterben qualvoll.

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