Seltene Schönheit: die Sumpfdotterblume

Sumpfdotterblume Foto: Carsten E. Böttcher
Sumpfdotterblume Foto: Carsten E. Böttcher

Wenn Sie diese Pflanze sehen, dann ist garantiert Wasser in der Nähe. Oder zumindest ein Sumpf. Den trägt die Sumpfdotterblume schließlich sogar im Namen. Mit ihren großen knallgelben Blüten ist sie eine echte Schönheit. Eine, die Grabenränder, Sumpfwiesen und Auwälder schmückt und im Frühling Farbtupfer setzt.

Die glänzenden Blüten der Sumpfdotterblume

Manche nennen die Sumpfdotterblume auch „Butterblume“ (was allerdings auch für den Löwenzahn und den Scharfen Hahnenfuß gilt) – und wer sich die Blüte so anschaut, der ahnt, warum: Die Blüten glänzen wie Butter in der Sonne. Außerdem wurde früher tatsächlich Butter mit der Pflanze gefärbt.

Regen hilft bei der Verbreitung

Die Pflanze ist ungefähr kniehoch und hat viele verzweigte Stängel. Die herzförmigen Blätter sind so groß wie ein Handteller. Zwischen ihnen ragen die  Blüten hervor, die zwischen März und Juni aufgehen und mit ihrem Nektar viele Insekten von der Biene bis zur Schwebfliege anlocken. Wenn später die Früchte entstehen, wird klar, warum die Pflanze so gern am Wasser steht. Die Samen brauchen Wasser, um aufzuplatzen. Regentropfen,  die auf sie aufprallen, haben genug Wucht, um sie herauszulösen – und wegzuschwemmen. Und weil sie schwimmen können, werden sie vom Wasser an neue Ufer getrieben, wo sie sich neu ausbreiten.

Die Sumpfdotterblume in Brandenburg

Früher war die zu den Hahnenfußgewächsen gehörende Sumpfdotterblume ziemlich häufig, aber mit dem Verschwinden der Feuchtgebiete ist sie in vielen Bundesländern selten geworden, in einigen steht sie auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. In Berlin habe ich sie noch nicht gesehen, in Brandenburg aber immerhin an einigen Gewässern, zum Beispiel im Spreewald. Um auf ihre Schutzwürdigkeit hinzuweisen, wurde sie 1999 zur Blume des Jahres erklärt.

Sumpfdotterblume: Mittel gegen Dämonen und Hexen

Dass man die Sumpfdotterblume früher zum Färben von Lebensmitteln eingesetzt hat, ist erstaunlich, denn sie ist leicht giftig. Empfindliche Menschen reagieren mit Ausschlägen, wenn sie die Pflanze berühren, und ihre Bestandteile wie Anemonine und Saponine kann Magenreizungen und Erbrechen verursachen. Früher wurde sie als Heilmittel eingesetzt, aber heute verwendet man sie in erster Linie in der Homöopathie. Ach ja, gegen Dämonen und Hexen soll die Sumpfdotterblume übrigens auch helfen. Besonders, wenn sie in der Walpurigsnacht gesammelt wird…

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