Seltene Schönheit: der Wildapfel

Ein Apfel als Baum des Jahres? Wo doch in so vielen Gärten Apfelbäume stehen? Genau. Denn der Baum des Jahres 2013 ist ein sehr ungewöhnlicher Apfel. Einer, den man nicht in Gärten findet. Woran das liegt?  Beißen Sie mal in eine der Früchte des Wildapfels. Nur einen kleinen Bissen, bitte. Jetzt wissen Sie es:  Wildäpfel sind sehr sauer, das Fruchtfleisch, nun ja, fest. Womit gleich geklärt wäre, warum der Baum auch Holzapfel heißt. Ein Genuss ist der Wildapfel aber trotzdem – fürs Auge. Er hat wunderschöne rosa-weiße Blüten.

Der Wildapfel – Urvater des heutigen Apfels?

Aus der Berliner Natur ist der Wildapfel fast vollkommen verschwunden, und auch in anderen Bundesländern sieht es nicht viel besser aus. Dabei könnte er sozusagen der Urvater unseres Kulturapfels sein! Aber die Landschaft, in der er sich wohlfühlt, Hecken, Gebüsche und Auenwälder, sind selten geworden – und damit auch der Wildapfel. Ich habe bisher nur einen gesehen, ein rosafarbenes Blütenmeer mitten im Wald. Ein paar Monate später trug er winzige Äpfel, und deshalb kann ich das mit dem Geschmack auch bestätigen. Die Früchte waren so sauer, dass sich die Zunge gekräuselt hat.

Neue Wildäpfel für Berlin

Habe ich schon erwähnt, dass der Wildapfel sehr selten ist? In Berlin hat sich das jetzt geändert. Zum Internationalen Tag des Baumes am 25. April wurden einige Exemplare auf der Gerlachwiese am Schwarzen Weg nahe der Revierförsterei Tegelsee gepflanzt. Wer sie sich ansehen will, der sollte, wenn er schon mal da ist, unbedingt noch einen Abstecher zur Dicken Marie machen – sie ist der älteste Baum Berlins.

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