Sensibel und gefährdet: die Großtrappe

Diese Vögel sind riesig – und haben ein großes Problem. Man kann buchstäblich dabei zugucken, wie ihr Lebensraum immer kleiner wird. Das hat dazu geführt, das die Großtrappen nur noch wenige Rückzugsflächen finden. In der Natur um Berlin kann man sie nur noch im Fiener Bruch, im Havelländischen Luch und auf den Belziger Landschaftswiesen im Westen Brandenburgs sehen. Mit viel Glück. Grund genug, ihnen in diesem Blog mal eine Geschichte zu widmen.

Die Großtrappe liebt ausgedehnte Wiesenflächen

Der Lebensraum der äußerst scheuen Großtrappen sind ausgedehnte Niederungen, Acker- und Wiesenflächen mit wenig Niederschlägen und vor allem wenig Störungen. Und genau dort liegt das Problem: Viele Grasflächen werden in Ackerland verwandelt, die intensive Landwirtschaft führt dazu, dass Kulturpflanzen so dicht stehen, dass die Großtrappenküken sich darin nur schwer bewegen können. Auch der zunehmende Anbau von Mais für Biogasanlagen bedroht den Lebensraum der Tiere, die zu den größten flugfähigen Vögeln überhaupt zählen. Naturschützer fordern deshalb, die Förderung von Biogas mit Schutzmaßnahmen für die Großtrappe zu verbinden.

Ein hoher Schutzdamm entlang der Eisenbahnlinie

Sogar in die Schlagzeilen hat es die Großtrappe schon geschafft – 1996, als die Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und Hannover ausgebaut und direkt durch das Trappengebiet im Havelländischen Luch geführt wurde. Um die Vögel zu schützen, wurden unter anderem streckenweise ein sieben Meter hoher Damm aufgeschüttet, das Fahrtempo reduziert und Ausgleichsflächen aufgewertet. Die Maßnahmen hatten Erfolg: Die Zahl der Großtrappen erhöhte sich auf heute 51 Vögel. In ganz Brandenburg gab es bei der Zählung im Frühjahr 2012 insgesamt 120 Tiere. Immer noch wenig, wenn man bedenkt, dass es um 1930 in der Mark noch etwa 3400 Großtrappen gab – aber die Chancen für die eindrucksvollen Vögel stehen nicht mehr so schlecht. Unterstützt werden die streng geschützten Vögel durch Naturschützer, die zum Beispiel bei der Auswilderung von Jungtieren helfen und das Thema Großtrappe immer wieder in die Öffentlichkeit bringen, um die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren.

 Die Großtrappe – ein eindrucksvoller Vogel

Bis zu 15 Kilogramm bringt ein ausgewachsenes Männchen auf die Waage – und dazu eine Körperlänge von mehr als einem Meter! Das Weibchen ist deutlich kleiner. Die Federn sind weiß und braun gescheckt, das Männchen schmückt sich außerdem mit einem eleganten Federbart. Wer die eindrucksvollen Großtrappen sehen möchte, kann sein Glück von den Beobachtungstürmen im Fiener Bruch aus versuchen, das zwischen Ziesar und Genthin liegt.

Informationen: www.grosstrappe.de

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