Silberblatt: Schönheit mit zarten Talern

Einjähriges Silberblatt (Fruchtstand)
Einjähriges Silberblatt Foto: Silke Böttcher

Warum das Einjährige Silberblatt seinen Namen trägt, das erfährt man immer erst im Herbst und Winter. Dann nämlich bildet es die hauchzarten silbrig schimmernden ovalen Schoten, in denen die Samen heranwachsen. Kein Wunder, dass das Gewächs auch als „Silbertaler“ bekannt ist.

Das Silberblatt hat Ähnlichkeit mit der Nachtviole

Im Sommer könnte man das Silberblatt (Lunaria annia) leicht mit einer Nachtviole verwechseln. Mit seinen vierteiligen violetten Blüten, die zwischen April und Juni erscheinen (und anders als die Blüten der Nachtviole geruchlos sind), ist es ziemlich auffällig und eine echte Schönheit. Die Blätter sind herzförmig und haben wiederum Ähnlichkeit mit denen der Knoblauchsrauke.

Einwanderin aus Südeuropa

Hauptsächlich Bienen und Schmetterlinge bestäuben die Pflanze, die ungefähr knie- bis hüfthoch wird. Ursprünglich kommt sie aus Südeuropa, aber sie wurde schon früher gern in Bauerngärten gepflanzt und fühlte sich als Einwanderin in den kühleren Regionen so wohl, dass sie sich auch außerhalb von Gärten ausgebreitet hat und inzwischen heimisch geworden ist.

Blüten entstehen erst im zweiten Jahr

Wenn das Silberblatt einen Platz gefunden hat, bemerkt man es allerdings nicht sofort, denn es bildet seine Blüten erst im zweiten Jahr (was angesichts des Namensteils „Einjährig“ etwas verwirrend ist – tatsächlich ist die Pflanze zweijährig).

Vorliebe für halbschattige Orte

Bevorzugte Standorte des Kreuzblütlers sind halbschattige Bereiche mit relativ nährstoffreichen Böden, auch an Bahndämmen und in der Nähe von Gewässern kann man das Gewächs sehen.

Pflegeleichte Schönheit für den Garten

Wer das Silberblatt im Garten haben möchte, sollte einen Platz suchen, der sonnig ist, aber auch etwas Schatten bietet. Der Boden sollte gut wasserdurchlässig sein. Die Samen werden am besten im Herbst etwa drei Zentimeter tief in den Boden gedrückt. Die Pflanze gedeiht zwar auch auf kargen Böden, aber dann blüht sie meist nicht so kräftig. Ein bisschen Kompost kann helfen: Er wird mit dem Gartenboden vermischt, damit das Wasser besser gespeichert werden kann. Ausreichend Gießen ist wichtig, ansonsten braucht die Pflanze nur wenig Pflege.

Schoten werden zu silbrigen Talern

Die Schoten, die sich nach der Blüte bilden, sind erst hellgrün und fest, später verlieren sie ihre Farbe und sehen dann tatsächlich aus wie silbrige Taler. Die Samen darin kann man durch die halbtransparente Haut sehen. Sobald sie reif sind, platzt die Hülle auf und gibt die Samen frei.

Silberblatt in der Vase

Die Stängel mit den pergament-dünnen Talern sehen so schön aus, dass sie oft in herbst- und winterlichen Blumen- und Trockensträußen verwendet werden. Auch allein in einer schmalen Vase sind sie sehr dekorativ, allerdings sehr empfindlich: Manchmal reicht kaum mehr als ein Windhauch, um die zarten Taler zu zerstören.

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