Singschwan-Tage 2015 in Criewen

Der Gesang dieser Vögel ist so berührend, dass ihm jedes Jahr im Februar ein Fest gewidmet wird: die Singschwan-Tage. Denn glücklicherweise haben die Gäste aus dem hohen Norden feste Gewohnheiten –  ihr Winterquartier suchen sie gerne im Nationalpark Unteres Odertal. Jedes Jahr aufs Neue, immer im Winter. Und das muss gefeiert werden. In diesem Jahr vom 13. bis 15. Februar.

Singschwan-Tage- das Programm

In Brandenburgs einzigem Nationalpark finden die Singschwäne genau den Lebensraum vor, den sie brauchen: Überstaute Polder, Flussmündungen, von Wäldern umschlossene Seen und Feuchtweiden.  Ungefähr zwischen November und März kann man die schneeweißen Vögel vor allem dort sehen, wo Wasserflächen eisfrei sind. Grund genug, sie zu feiern.

Ein kurzer Blick ins Programm des Festes im Nationalparkzentrum Criewen:

13. Februar:

15.30 Uhr Eröffnung durch den Nationalparkleiter Dirk Treichel

16.45 Uhr Vortrag und Exkursion zu den Singschwänen

14. Februar:

9 bis 16.30 Uhr regelmäßige Vorträge und Exkursionen

17 Uhr Singschwanabend mit Kindertheater, Vortrag des Naturfotografen Josef Vorholt und Exkursion (Eintritt 3 Euro)

15. Februar:

9 bis 16 Uhr Vorträge und Exkursionen

Ähnlichkeit mit dem Höckerschwan

Auf den ersten Blick könnte man den Singschwan mit dem etwas  größeren Höckerschwan verwechseln. Auf den zweiten Blick sieht man dann aber, dass sein Schnabel schwarz-gelb ist (beim Höckerschwan orange) und keinen Höcker hat. Sein Hals ist eher gerade (beim Höckerschwan S-förmig).

Spektakulärer Gesang

Und sobald er den Schnabel aufmacht, gibt es keine Unklarheiten mehr, denn der Gesang des Singschwans ist spektakulär: nasal, posaunenartig und ein bisschen ähnlich wie der Kranich-Ruf. Manche vergleichen den Ruf sogar mit Glockengeläut. Der Singschwan ist sehr mitteilungsbedürftig – zur Freude der vielen Menschen, die im Winter extra nach Criewen fahren, um ihn zu hören. Und wer einmal eine Gruppe der schneeweißen Schwäne am Himmel gesehen hat, der wird dieses Erlebnis nie wieder vergessen.

Balz mitten im Winter

Nahrung finden die Wintergäste auf bestellten Feldern und im Wasser, wo sie Pflanzen und manchmal auch daran hängende Kleintiere fressen. In ihrem Quartier im Nationalpark beginnen sie mit der Balz – mitten im Winter. Hat sich ein Schwanenpaar gefunden, bleibt es ein Leben lang zusammen.

Die Brutgebiete sind allerdings weit entfernt, sie liegen in Skandinavien und Russland. Die Nester werden am Rand von Gewässern gebaut, anschließend legt das Weibchen fünf oder sechs Eier. Der Nachwuchs wird schnell erwachsen: Schon nach 90 Tagen kann er fliegen, aber er bleibt den Winter über noch bei seiner Familie.

20.000 Singschwäne überwintern in Deutschland

Selten ist der Singschwan übrigens nicht. Weltweit gibt es nach Angaben des Nabu 180.000 Tiere, 20.000 davon verbringen den Winter in Deutschland. Einen Teil davon kann man im Nationalpark Unteres Odertal sehen, entweder bei Ausflügen auf eigene Faust oder im Rahmen von Führungen bei den Singschwan-Tagen.

Singschwan-Tage – Infos in Kürze

Adresse: Nationalparkzentrum Unteres Odertal, Am Speicher 3, 16303 Schwedt/OT Criewen, Internet: nationalpark-unteres-odertal.eu

Kosten: Eintritt frei (abgesehen vom Singschwanabend), Spenden erbeten

Shuttleverkehr zu den Fraßplätzen (bei Bedarf)

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