Das Geheimnis der Sommerwurz

Sommerwurz
Sommerwurz

Die Sommerwurz ist ein sehr außergewöhnliches Gewächs. Auf den ersten Blick sieht es aus wie eine Orchidee. In Berlin und Brandenburg ist die Pflanze selten, aber manchmal kann man sie sehen.

Die Sommerwurz betreibt keine Photosynthese

Etwa zehn Sommerwurz-Arten gibt es in Europa, und es ist nicht leicht, sie zu unterscheiden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie parasitisch leben. Sie selbst können keine Photosynthese betreiben (was man daran sieht, dass sie nicht grün ist) und entziehen ihren Wirtspflanzen Wasser und Nährstoffe, die sie für ihr eigenes Wachstum benötigen. Die Sommerwurz parasitiert zum Beispiel an Klee, Luzerne oder Sonnenblume.Entsprechend unterschiedlich ist auch ihr Lebensraum.

Allein die Efeu-Sommerwurz beschränkt sich auf die Wirtspflanze, die sie in ihrem Namen trägt. Die Schäden, die der Parasit an Kulturpflanzen anrichten kann, macht ihn bei Landwirten nicht unbedingt beliebt.

Winzige Samen mit Durchhaltevermögen

Was die Pflanze so interessant macht, ist, wie raffiniert sie sich vermehrt. Ihre Samen gehören zu den kleinsten überhaupt, sie werden nur etwa 0,3 bis 0,5 Millimeter groß, und eine einzige Pflanze kann bis zu 300.000 Samen bilden, die den Wind zur Verbreitung nutzen. Dabei sind sie die Winzlinge so stabil, dass sie ihre Keimfähigkeit im Boden mehrere Jahre behalten. Wenn eine passende Wirtspflanze in der Nähe wächst, dann reagieren die Sommerwurz-Samen auf Substanzen, die der Wirt ausscheidet. Der Samen beginnt zu keimen und die Keimwurzel dringt in die Wurzel der Wirtspflanze ein.

Schädling in Entwicklungsländern

Wirklich großen Schaden richtet die Pflanze zumindest in Mitteleuropa nicht an. Denn hier werden Kulturpflanzen gedüngt und bewässert und bekommen auch dann genug Nahrung, wenn sie von dem Parasiten befallen sind. In Entwicklungsländern ist das anders. Eine wirkungsvolle Methode der Bekämpfung dort ist die Saat von Maispflanzen zwischen die Kulturgewächse – sie werden als sogenannte Fangpflanzen für die Sommerwurz eingesetzt. Die Samen treiben auf den Mais-Wurzelm aus, sie können dort aber nicht überleben.

Schönheit für den zweiten Blick

Es wäre aber schade, die Pflanze nur als Schädling anzusehen. Und es lohnt sich, sie genauer anzusehen. Denn obwohl sie kein Blattgrün bildet, ist sie mit ihren länglichen Blüten, die gelblich oder auch blau gefärbt sein können, wirklich apart.

Die Sommerwurz blüht zwischen Juni und August

Blütezeit der Sommerwurz ist zwischen Juni und August. Anschließend trocknen die Pflanzen ein und bleiben als braune „Skelette“ stehen.

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