Sonnenanbeterin mit Appetit auf Insekten: die Zauneidechse

Zauneidechse
Zauneidechse Foto: Silke Böttcher

Mit Zäunen haben Zauneidechsen eigentlich nichts zu tun. Eher mit alten Kiesgruben, wilden Gärten oder Waldrändern. Die Tiere lieben Flächen, auf denen sie genug Sonne bekommen und sich ein bisschen zurückziehen können.  Auch Bahntrassen mögen sie gerne, vor allem, wenn daneben etwas Ödland mit Totholz ist. In Deutschland ist die Zauneidechse so selten, dass sie auf der Vorwarnstufe der Roten Liste steht. Aber manchmal wandert sie sogar in der Berliner Natur herum.

Die Flanken der Männchen färben sich zur Paarungszeit grün

Und „sie“ stimmt in diesem Fall sogar im doppelten Sinn, denn die Zauneidechse auf dem Foto ist eine Dame. Erkennen kann man das an der Färbung der Flanken – die ist beim Männchen schillernd grün (zumindest in der Paarungszeit). Das Weibchen ist braun-gefleckt. Die Eidechsen werden ungefähr 14 Zentimeter lang und sind trotz ihrer etwas plumpen Erscheinung erstaunlich flink. Das macht den Fototermin ein bisschen mühsam, denn die Eidechse dreht sich nicht unbedingt in die Richtung, in die sie sich drehen soll. Diese hier ist mir auf dem Teufelsberg begegnet und verschwand wenig später unter einem parkenden Auto.

Erste Aktion der Zauneidechse am Morgen: ein Sonnenbad

Unterwegs sind die Zauneidechsen zwischen März und August oder September. Die Jungtiere lassen sich ein paar Wochen mehr Zeit, um sich Energie für den Winter anzufressen und verschwinden erst dann in den Überwinterungsplätzen. Erste Aktion der Eidechsen am Morgen: ein Sonnenbad. Das bringt die wechselwarmen Tiere in Bewegung. Eidechsen lieben Wärme und brauchen sie auch, um sich aufzuheizen. Nur dann sind sie schnell genug für die Jagd nach Insekten und Regenwürmern, die sie mit Regentropfenwasser herunterspülen.

Nach zwei Monaten schlüpft der Nachwuchs

Im April sind die Zauneidechsen mit der Paarung beschäftigt, danach legt das Weibchen etwa fünf bis 15 Eier in sonnenbeschienenen Sandflächen ab. Sie gräbt sie ein bisschen ein – und dann wird gewartet. Etwa zwei Monate dauert es, bis die Jungen schlüpfen, die nicht einmal einen Zentimeter groß sind. Wenn sie nicht einem ihrer vielen Feinde (zum Beispiel Vögel und Igel) zum Opfer fallen, können Zauneidechsen ziemlich alt werden. Der Rekord liegt bei 15 Jahren, im Schnitt sind es zwei bis vier Jahre. Sehen kann man die sehr ortstreuen Tiere zum Beispiel im Naturschutzpark Marienfelde, wo es einen Zauneidechsenhang gibt.

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