Sperber in der Großstadt

Eigentlich ist der Sperber ein Waldbewohner. Aber wenn es kalt wird, dann lässt sich der kluge Greifvogel durchaus auch mal in der Stadt sehen – dort, wo es Futterstellen gibt. Denn dort findet er auch seine bevorzugte Beute: kleine Vögel.

Der Sperber wurde früher gnadenlos verfolgt

Die Nähe des Menschen nimmt er dabei in Kauf, obwohl ihm das früher oft zum Verhängnis wurde. Der Mensch nämlich sah den Sperber lange Zeit als „schädliche Art“ an und verfolgte ihn gnadenlos – mit der Begründung, er gefährde den Bestand der Singvögel. Noch schlimmer wirkte sich der Einsatz des Insektizids DDT aus: Ihm fielen unzählige Sperber zum Opfer.

In Berlin ist der Greifvogel selten

Häufig ist der Greifvogel trotzdem nicht, jedenfalls nicht in Berlin. Bei der Stunde der Wintervögel 2014 wurden 33 Tiere gezählt, bei der Stunde der Gartenvögel gerade mal 13. Es heißt, dass es in der Hauptstadt etwa 50 Brutpaare gibt.

Ein Verwandter des Habichts

Der Sperber ist eng mit dem Habicht verwandt. Seine Größe  liegt zwischen der des Habichts und des Turmfalken, die Weibchen sind größer als die Männchen. Die Flügel sind kurz und etwas abgerundet, der Schwanz  verhältnismäßig lang. Männchen haben eine orange und weiß gebänderte Unterseite (dieser Bänderung, Sperberung genannt,  verdankt der Vogel seinen Namen), beim Weibchen fehlt das Orange fast komplett. Die Oberseite ist beim Männchen graublau, beim Weibchen graubraun.

Die Beute wird im Flug verfolgt

Bevorzugter Lebensraum des Sperbers sind Landschaften mit (Nadel-)Wäldern, Hecken und offenen Bereichen, aber in Städten findet er sich inzwischen auch gut zurecht. Schließlich leben dort viele Vögel, auf die er Jagd macht (vor allem Sperling, Star, Meise und Fink). Er verfolgt sie im rasanten Flug und ist dabei unglaublich wendig. Es wurden schon Sperber beobachtet, die ungebremst ein Vogelhäuschen durchflogen!

Hilfe für einen verletzten Jung-Sperber

Die Nähe des Menschen hat für den schnellen Greifvogel aber auch Nachteile. Der schlimmste: Glasfassaden und Fensterscheiben. Mitte August wurde ein Jungvogel gefunden, der gegen eine Scheibe geprallt war und sich dabei verletzt hatte. Jetzt erholt er sich in der Nabu-Wildvogelstation und soll in Kürze wieder ausgewildert werden.

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