Der Stachelbeerspanner ist Schmetterling des Jahres 2016

Stachelbeerspanner
Stachelbeerspanner Foto: BUND/L. Hlasek

Der Stachelbeerspanner gehört zu den Schmetterlingen, die nur wenige Menschen zu Gesicht bekommen. Das hat zwei wichtige Gründe: Erstens ist er nachtaktiv und zweitens sehr, sehr selten. 2016 wird ihm mehr Aufmerksamkeit zuteil: Er wurde gerade zum Schmetterling des Jahres gekürt.

Stachelbeerspanner mit buntem Muster

Der weiße Falter mit dem auffälligen schwarz-gelbbraunen Punktmuster und den orangegelben Streifen auf den Vorderflügeln trägt seinen bevorzugten Lebensraum schon im Namen: Er liebt sonnige Gärten, in denen Beerensträucher wachsen. Allerdings lebt er auch in lichtreichen Auwaldgebieten und an Flussniederungen.

Wie der „Harlekin“ Feinde abschreckt

Der Stachelbeerspanner wird etwa zwei Zentimeter groß und hat eine Flügelspannweite von drei bis etwa fünf Zentimetern. Sein auffälliges Muster hat ihm auch den Spitznamen „Harlekin“ eingebracht. Die Natur hat sich etwas dabei gedacht: Die Färbung soll Fressfeinde abschrecken.

Nur nachts aktiv

Unterwegs ist der Schmetterling zwischen Ende Juni und August. Tagsüber sieht man ihn nur dann, wenn man ihm so nahe kommt, dass er auffliegt. Abends aber wird er aktiv – wer ihn sehen möchte, sollte mal Licht anmachen: Der Stachelbeerspanner wird davon angelockt.

Der Nachwuchs ernährt sich von Blättern

Im Sommer legt das Weibchen des Schmetterlings Eier auf den Blattunterseiten von Sträuchern ab, der Nachwuchs, der nach zwei Wochen schlüpft, ernährt sich von den Blättern. Auch die Raupen sind nachtaktiv und halten sich tagsüber in Gespinsten zwischen den Blättern auf.

Einsatz von Pestiziden gefährdet den Falter

Was ihn so selten gemacht hat, ist nicht nur der Rückgang von Auwäldern, sondern auch das direkte Eingreifen des Menschen: Bauerngärten mit vielen Sträuchern, die der Schmetterling liebt, gibt es kaum noch, und dazu kommt der Einsatz von Pestiziden.

Was Gartenbesitzer tun können

Dabei richtet der Schmetterling keinen Schaden an – es sei denn, er tritt in einem Jahr mal in sehr großer Zahl auf. Wer den Stachelbeerspanner als gerne in seinem Garten haben möchte, der sollte Beerenobst anpflanzen und auf Pestizide verzichten (was in einem Garten ohnehin besser wäre).

Stachelbeerspanner: eine gefährdete Art

Zum Schmetterling des Jahres wurde der Stachelbeerspanner von der BUND NRW Naturschutzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidoperologen (Schmetterlingsforscher). Sie wollen damit auf ein Insekt aufmerksam machen, das in Deutschland schon auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.

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