Unsichtbare Waldbewohnerin: die Stachelwanze

Wipfel-Stachelwanze Foto: Silke Böttcher
Wipfel-Stachelwanze Foto: Silke Böttcher

Manche Tiere halten es wie die Blätter von Bäumen. Sie wechseln die Farbe. Und ich meine nicht das Chamäleon, sondern heimische Tiere. Etwa die Wipfel-Stachelwanze, die auch nur Stachelwanze (oder Wipfelwanze) genannt wird. Ihr Hinterleib ist im Frühling hellgrün und im Herbst braungrün. Was ihre Überlebenschancen deutlich steigert, denn das etwa anderthalb Zentimeter lange Insekt, das es auch in der Natur in Berlin gibt, ist in der richtigen Umgebung beinahe unsichtbar.

Grünes Dreieck auf dem Rücken verrät die Stachelwanze

Erkennen kann man die Wipfel-Stachelwanze am grünen, mit schwarzen Punkten übersäten Dreieck auf dem Rücken, das von schwarzroten Streifen umgeben ist. Wenn sie auf Moos sitzt wie auf dem Foto, dann muss man schon sehr genau gucken, um sie zu sehen – und das, obwohl sie nicht klein ist: Sie kann bis zu 1,7 Zentimeter lang werden.

Vorliebe für Ebereschen

Der Zuname „Stachel“ ist eigentlich etwas übertrieben, denn stechen kann die Wanze nicht. Den Namen verdankt sie einem stachelartigen Fortsatz am Bauch. Sehen kann man sie in Laubwäldern und Gebüschen – besonders dort, wo es Weißdorne, Ebereschen oder Wildkirschen gibt. Denn die Wanze ernährt sich von den Pflanzensäften. Unterwegs ist sie von Mai bis November, danach sucht sie sich einen Überwinterungsplatz unter Laub. Im Frühling braucht sie dann wieder Weißdorn-Hecken, um ihre Eier abzulegen.

Wie sich die Stachelwanze vor Angreifern schützt

Anfassen sollte man die Wipfel-Stachelwanze (Acanthosoma haemorrhoidale) übrigens nicht. Wenn sie sich bedroht fühlt, sondert sie nämlich wie die Feuerwanze und die Grüne Stinkwanze ein sehr übel riechendes Sekret ab, das Fressfeinden wie zum Beispiel Vögeln den Appetit verderben soll. Und auch Menschen in die Flucht treiben kann…

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