Steckrübe – die Ananas des Nordens

Steckrübe
Steckrübe

Vitaminreich und kalorienarm ist die Steckrübe – und in den beiden Weltkriegen hat sie im wahrsten Sinn des Wortes Leben gerettet. „Steckrübenwinter“ nannte man den Jahreswechsel 1916/17, als der Hunger so groß und die Kartoffelernte zu klein war und das Einzige, das ausreichend zur Verfügung stand, die Steckrübe war.

Steckrübe als wichtigste Küchen-Zutat

Die nutzte man bisher als Schweinefutter, aber die Schweine hatte man längst geschlachtet und verteilte die Rüben deshalb an die hungernden Menschen. Und die machten daraus Suppen, Aufläufe und sogar Kuchen und Kaffee. Heute ist sie beinahe in Vergessenheit geraten. Die Kür zum Gemüse des Jahres 2018 soll das ändern.

Verwandt mit dem Raps

Die Steckrübe (Brassica napus subsp. Rapifera), die auch als Kohlrübe bekannt ist, gehört zur Familie der Kreuzblütler und zur Gattung Kohl, und sie ist mit dem Raps verwandt. Die runden Rüben mit gelber, grüner oder rötlicher Schale schmecken herbsüß, ein bisschen nach Kohl.

Gelbes Fruchtfleisch

Zu den bekannten Sorten gehören die „Wilhelmsburger“ und „Hoffmanns Gelbe“, deren Fruchtfleisch gelb ist. Saison hat das Gemüse zwischen September und Frühjahr.

Gemüse des Jahres 2018

Der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V., kurz VEN, kürt seit 1998 das Gemüse des Jahres. Ihm geht es um Vielfalt und um Sorten, die unseren Vorfahren noch bekannt waren, die aber heute aus dem Fokus gerutscht sind. Das gilt auch für die Steckrübe, die mancherorts auch als Wruke oder gar als „Ananas des Nordens“ bekannt ist.

Gesund und kalorienarm

Sie gedeiht auch in kühlem Klima, lässt sich gut lagern, ist unempfindlich gegen Mehltau und hat einen sehr angenehmen Geschmack. Alles Gründe, sie wieder bekannter zu machen, denn sie lässt sich auch noch leicht anbauen und muss nicht über große Entfernungen hertransportiert werden. Hinzu kommt, dass sie viel Traubenzucker, Eiweiß, Mineralstoffe, Carotin, Provitamin A und die Vitamine B1, B2, C und Nicotinsäureamid enthalten und dank ihres hohen Wassergehalts sehr kalorienarm sind.

Einwandererin aus Skandinavien

Bekannt ist die Steckrübe schon seit dem 17. Jahrhundert, ursprünglich stammt sie aus Skandinavien (womit erklärt wäre, warum die Rübe im Englischen als „swede“ bekannt ist). Heute sind allerdings nach Angaben des VEN 90 Prozent der Sorten, die in den 1920er bis 1950er Jahren bekannt waren, verschollen.

Erntezeit ist im Oktober

Man kann Steckrüben im Garten anbauen. Sie benötigen lehmigen und humushaltigen Boden. Aussaat ist im Mai und Juni, man kann aber auch fertige Pflänzchen kaufen. Kühles Klima vertragen sie besser als Hitze, und sie brauchen genug Platz. Geerntet wird im Oktober, die Rübe lässt sich locker bis ins nächste Frühjahr hinein lagern, was sie zum geeigneten Wintergemüse macht.

Kochen mit der Steckrübe

Wer sie zubereiten möchte, muss die Schale entfernen und schneidet das Fruchtfleisch in Würfel oder Streifen. Man kann sie roh, zum Beispiel als Salat, genießen, aber auch zusammen mit Kohlrabi, Möhren oder Sellerie kochen – die Rüben nehmen den Geschmack des anderen Gemüses an. Zusammen mit Äpfeln eingekocht, verlängern sie das Apfelmus.

Rezept: Steckrübensuppe mit Curry: Eine kleine Zwiebel zerkleinern, je 150 Gramm Steckrübe und Hokkaido-Kürbis schälen und würfeln, alles zusammen in heißem Öl andünsten. Einen Esslöffel Currypulver dazugeben, anschließend kommen 375 Milliliter Gemüsebrühe, Salz und Pfeffer dazu. Das Ganze 20 bis 25 Minuten köcheln lassen. Danach wird alles püriert. Zum Schluss kommen noch 30 Milliliter Sahne dazu. Aufkochen lassen, mit Salz, Pfeffer, etwas Currypulver und Zitronensaft abschmecken.

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