Steinklee auf der Unkrautflur

Steinklee Blüte Heilkraut
Steinklee Foto: Silke Böttcher

In unauffälligen Pflanzen steckt manchmal viel mehr, als man ahnen könnte. Der Steinklee ist eines dieser Multitalente.  Eine zarte gelbe Schönheit, die kaum Ansprüche an ihre Umgebung stellt, aber dafür sehr viel für sie tut. Neugierig geworden?

Bienen lieben Steinklee

Das Gewächs, das zu den Schmetterlingsblütlern gehört, kann locker einen Meter hoch werden. An den länglichen Blättern erkennt man den Klee. Die Blütentraube ist fünf bis zehn Zentimeter lang und besteht aus vielen kleinen gelben Blüten, die von Bienen und Schwebfliegen bestäubt werden. Nach der Blüte reifen die Früchte in länglichen Hülsen heran (genau, der Steinklee gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler, der Schmetterlingsblütler ist die Unterfamilie – wie schon mal gesagt: Biologen lieben es kompliziert). Wenn die Samen reif sind, platzt die Hülse auf, den Rest übernimmt der Wind. Übrigens gibt es auch noch einen weißblühenden Steinklee.

Beliebte Bienenweide

Wie schon das Greiskraut, das vor ein paar Tagen Thema dieses Blogs war, wird der Steinklee oft für Unkraut gehalten.  Denn er wächst zum Beispiel neben Straßen und Bahngleisen, auf Steinbrüchen oder auf Brachen. Allerdings gibt es wirklich keinen Grund, die Pflanze herauszureißen. Denn dank ihres dichten Netzes aus Wurzeln hält sie Abhänge fest (manchmal wird der Steinklee deshalb auch eigens angepflanzt). Bienen lieben den nach Honig duftenden Nektar – aus diesem Grund gilt der Steinklee als wichtige Bienenweide (dieser Begriff bezeichnet Pflanzen, die besonders viel Nektar und Pollen haben). Naturgärtner nutzen ihn als Boden-Verbesserer.

Heilpflanze mit erstaunlichen Kräften

Und der Steinklee kann noch mehr: Er wird als Heilpflanze gegen Blutergüsse, Ödeme, Migräne, Krampfadern und Venenentzündungen genutzt. Zu den Inhaltsstoffen gehören Glykoside, Flavonoide und Cumarin.

Steinklee und sein besonderer Duft

Wenn man Steinklee trocknet, wird klar, warum er auch als Honigklee bezeichnet wird. Ein bisschen erinnert der Duft an den des Waldmeisters. Dafür sorgt das Cumarin. Deshalb wird die Pflanze auch für Duftsträuße genutzt. Und weil Motten diesen Duft nicht ausstehen können, entfaltet die (getrocknete) Pflanze auch als  Duftsäckchen im Kleiderschrank ihre Wirkung. Ziemlich erstaunliche Eigenschaften für eine so unauffällige Pflanze, oder?

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