Der Stieglitz ist Vogel des Jahres 2016

Stieglitz
Stieglitze beim Kampf Foto: NABU/RSPB-Images.com/Laurie Campbell

Der Stieglitz, auch als Distelfink bekannt, ist ein so bunter Vogel, dass man ihn in Deutschland beinahe gar nicht vermuten würde. Dabei ist er nicht selten. Jetzt wird ihm mehr Aufmerksamkeit zuteil, denn der Stieglitz ist gerade vom Nabu und dem bayerischen Landesbund für Vogelschutz zum Vogel des Jahres 2016 gekürt worden.

Der Stieglitz und sein buntes Gefieder

Verwechseln kann man den Vogel kaum. Er ist ungefähr so groß wie der Spatz. Am Rücken und den Seiten ist sein Gefieder hellbraun, am Bauch weiß. Auffällig sind der schwarz-weiß-rot gemusterte Kopf und die schwarzen Flügel mit gelben Flecken.

Vergangenheit als Käfig-Vogel

Sein exotisches Aussehen war früher oft das Verhängnis des Stieglitzes – er wurde in Käfige gesperrt und als Haustier gehalten. Diese Zeiten sind glücklicherweise heute vorbei.

Der Stieglitz ruft seinen Namen

Die Gesangsstrophe „stiglit“ hat dem Vogel mit der lebhaften, hohen Stimme den Namen beschert, und auch der Name Distelfink lässt sich erklären. Denn er hat tatsächlich eine Vorliebe für die Samen von Disteln. Er verschmäht aber auch die Samen anderer Wildkräuter von Hirtentäschel über die unterschiedlichen Wegeriche und die Kornblume bis zum Beifuß und zur Karde nicht. Er lebt überwiegend vegetarisch, aber während der Brutzeit frisst er auch gerne Blattläuse.

Geschickter Kletterer

Häufig sieht man den Stieglitz auf Sträuchern oder Stauden, wo er nach Samen sucht. Er ist äußerst geschickt und hängt manchmal sogar kopfüber an Ästen oder Stängeln. Wenn der Untergrund zu nachgiebig ist, greift er auch schon mal mehrere Stängel zusammen, bis sie sein Gewicht halten.

Nest in der Baumkrone

Brutzeit des Stieglitzes ist Anfang April, das Nest wird meist in Baumkronen gebaut. Der nach etwa zwei Wochen schlüpfende Nachwuchs braucht nur etwa zwölf Tage, bis er zum ersten Mal das Nest verlässt!

Wenn die Artenvielfalt zurückgeht, verschwindet der Vogel

In Berlin ist der bunte Vogel relativ häufig, aber wo Randstreifen neben Straßen und Wegen, Brachflächen und Verkehrsinseln häufig gemäht werden, verschwindet die Artenvielfalt und damit auch der Stieglitz. Dessen Bestand ist aus diesem Grund in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Die Wahl zum Vogel des Jahres 2016 soll auf diese Situation hinweisen und für mehr Artenvielfalt in Stadtgebieten werben.

Viele Reviere in Neubauwohnbereichen

Bis zu 6000 Stieglitz-Reviere gibt es in der Hauptstadt, die meisten am Stadtrand und in Neubauwohnblockbereichen mit viel Grün und lockerem Baumbewuchs. Aber auch in Hoch- und Plattenbausiedlungen ist die Zahl hoch. Dagegen gibt es in Altbauwohngegenden und auch in Kleingartenanlagen deutlich weniger Stieglitze.

Brachflächen verschönern mit Blumensamen

So mancher Berliner tut etwas, um den Vogel in der Stadt zu halten. Wo Brachen mit Hilfe von Samenbomben (idealerweise mit Distelsamen angereichert) zu blumenreichen Flächen werden, findet auch der Stieglitz ausreichend Nahrung.

Der Stieglitz und „Bunte Meter für Deutschland“

Unterstützung gibt es durch Nabu und LBV, die die Aktion „Bunte Meter für Deutschland“ ins Leben gerufen haben. Mit den Metern sind wildkrautreiche Flächen gemeint, die Lebensraum für viele Vogelarten sind. Es geht darum, Kommunen zu überzeugen, bei der Pflege von Straßenrändern auf Gift und allzu häufiges Mähen zu verzichten, Ackerrandstreifen anzulegen und Brachflächen zu erhalten. Mitmachen kann aber jeder – schließlich gibt es überall Brachen, die ein paar Blumen vertragen könnten.

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