Die Streifenwanze: wunderschön und ziemlich selten

Streifenwanze
Streifenwanze an einem Doldenblütler Foto: Silke Böttcher

Die Streifenwanze ist ein spektakuläres Geschöpf. Ein wunderschönes Insekt mit schwarz-rotem Muster und Vorliebe für eine bestimmte Pflanzenart. Allzu häufig ist sie in Deutschland nicht. Wer also eine in der Natur sieht, der darf sich freuen.

Die Streifenwanze und die Käfer

Oft wird das Tier für einen Käfer gehalten, aber es gehört zur Familie der Baumwanzen (so wie die Grüne Stinkwanze, die schon Thema dieses Blogs war). Die Streifenwanze ist etwa einen Zentimeter lang und oval. Ihr Körper ist auf der Rückenseite rot und hat sechs schwarze Längsstreifen, die Bauchseite ist rot-schwarz gepunktet. Beine und Fühler sind schwarz. Der Kopf ist sehr klein, das Rücken-Schildchen dafür sehr groß, es reicht bis zum Körperende.

Warnfarbe soll Fressfeinde abschrecken

Das auffällige Muster hat wie meistens in der Natur einen Grund. Es signalisiert Fressfeinden, dass dieses Tier ungenießbar ist. Vögel und Frösche, die sich trotzdem dazu hinreißen lassen, eine Streifenwanze zu fressen, spucken sie sofort wieder aus – diese Beute schmeckt wirklich furchtbar und ist für die Fressfeinde sogar giftig.

Vorliebe für Doldenblütler

Wer die Streifenwanze sehen möchte, sollte nach Doldenblütlern auf sonnigen Wiesen und an Wegrändern gucken. Denn auf Gewächsen wie Möhren, Dill, Fenchel und anderen Pflanzen der Familie sitzt sie besonders gerne – sie ernährt sich von den Pflanzensäften. Ernsthaften Schaden richtet sie bei den Pflanzen aber nicht an.

Streifenwanzen-Mütter bewachen ihren Nachwuchs

Auch die Nymphen der Streifenwanze haben eine Vorliebe für Doldenblütler, sie ernähren sich hauptsächlich von den Säften aus den Samen. Erwachsene Tiere kann man ab Ende Juli bis etwa September sehen. Sie überwintern in Pflanzenresten und beginnen im Mai des nächsten Jahres mit der Paarung. Die Weibchen legen die Eier an den Oberflächen von Blättern ab und nach einer bis zwei Wochen schlüpft der Nachwuchs, der noch keine Rotfärbung hat – die Mutter bleibt in der Nähe und bewacht die Nymphen noch eine Zeitlang. Fünfmal muss sich die Streifenwanze häuten, bis sie geschlechtsreif ist.

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