Stunde der Wintervögel 2014: Goldmedaille für den Spatz

Der Spatz (offiziell Haussperling) bleibt in Berlin die Nummer Eins. Bei der Stunde der Wintervögel 2014 ließ er die Konkurrenz weit hinter sich. 9453 Spatzen wurden in Berliner Parks und Gärten gezählt. Die Kohlmeise kam mit 6394 Tieren auf Platz zwei, gefolgt von der Blaumeise (4010), der Amsel (3668), dem Feldsperling (2480) und dem Star (2229). Auf den Plätzen sieben bis zehn stehen die Elster (2116), die Nebelkrähe (2074), die Ringeltaube (1874) und der Grünfink (1703). Insgesamt wurden in 1317 Berliner Gärten 47147 Vögel gezählt, 86 Arten waren vertreten. Darunter auch Seltenheiten wie der Eisvogel (3 Tiere) und Wintergäste wie der Seidenschwanz (11 Vögel).

Stunde der Wintervögel: Wenig Wintergäste

Die Ergebnisse der Stunde der Wintervögel 2014 sind nicht nur einfach Zahlen. Zwar hat sich auf den vorderen Plätzen wenig bis nichts verändert, aber einige Arten wurden in diesem Jahr deutlich weniger gesehen. Der Grünfink zum Beispiel wurde weniger gezählt – 2013  lag er mit 2702 Exemplaren auf Platz fünf. Allerdings ist nicht jeder Rückgang dramatisch. Der zum Zeitpunkt der Zählung (4. bis 6. Januar) noch extrem milde Winter ist wohl der Grund, warum einige Wintergäste nur in geringer Zahl aufgetaucht sind. Der Seidenschwanz, von dem 2013 immerhin 241 Tiere gezählt wurden, hat bei dem milden Wetter offenbar keinen Grund gesehen, nach Berlin zu kommen, und auch das Wintergoldhähnchen wurde kaum gezählt. Dafür wurden einige Kraniche gezählt, die offenbar auf die weite Reise nach Spanien verzichtet haben (und hoffentlich jetzt keine Probleme mit der Kälte bekommen).

Kahlschlag beeinflusst die Zahl einiger Vogelarten

Was die Die Experten des Nabu können aus den Zahlen der Stunde der Wintervögel 2014 aber noch weitere Schlüsse ziehen. Nicht alles hängt mit dem Wetter zusammen. So hat die Zahl von Amsel, Blaumeise und Rotkehlchen leicht abgenommen, was der Nabu mit Kahlschlägen in Berliner Parks und Grünanlagen in Verbindung bringt. Die drei Vogelarten brauchen nämlich Hecken und Büsche – und genau die verschwinden immer mehr im Stadtgebiet. Was mancher „Parkpflege“ nennt, kann auf lange Sicht schlimme Folgen für die Vogelwelt haben. Die Experten fordern die Bezirke nicht nur auf, Hecken und Gebüsche zu erhalten, sondern empfehlen auch, Unternehmen mit der Grünflächenpflege zu beauftragen, die bei ihrer Arbeit auf brachiale Gewalt verzichten.

Vogelhäuschen für Wintervögel unbedingt sauber halten

Dass die Zahl der Grünfinken in Berlin gesunken ist, könnte an einer Infektion mit Parasiten liegen, die schon in anderen Teilen Deutschlands aufgetaucht ist. Die kann man relativ einfach verhindern: Weil hauptsächlich Futterstellen und Vogeltränken als Infektionsherde festgestellt wurden, sollte jeder Gartenbesitzer sein Futterhäuschen und die Tränke regelmäßig säubern.

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2 thoughts on “Stunde der Wintervögel 2014: Goldmedaille für den Spatz”

  1. Liebe Silke,

    Das Ergebnis erstaunt mich schon etwas. Dass die Spatzen ganz vorn liegen, hätte ich mir schon gedacht. Dass aber Kohl- und Blaumeise vor der Amsel liegen, finde ich ganz erstaunlich. Ich hätte geschätzt, das es etwa halb so viele Amseln wie Spatzen gibt und die Meisen erst danach kommen. Möglicherweise ist das bei uns auf dem Land aber auch anders als in Berlin.

    1. Lieber Dietmar,
      ich hätte auch vermutet, dass es mehr Amseln als Meisen gibt – es kann ein Zufall sein, aber möglicherweise liegt es in Berlin tatsächlich auch mit daran, dass in vielen Parks Hecken verschwinden.

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