Stunde der Wintervögel 2016 – eine Bilanz

Stunde der Wintervögel
Stunde der Wintervögel 2016 Foto: Nabu/Sebastian Hennigs

Der Erlenzeisig ist die Überraschung bei der Stunde der Wintervögel 2016. Bundesweit landete er auf Platz neun und in Berlin auf Platz 12. Ganz beendet ist die Auswertung noch nicht, aber die Sieger stehen weitgehend fest.

Stunde der Wintervögel 2016: Der Spatz liegt vorn

Platz eins belegte, wenig überraschend, in ganz Deutschland der Haussperling, in Berlin landeten außerdem die Kohlmeise und die Amsel auf den Plätzen zwei und drei. Auf Rang vier steht in Berlin die Blaumeise, gefolgt vom Feldsperling, der Nebelkrähe, der Ringeltaube und der Elster.

Der Vogel des Jahres landete auf Platz 16

Der Grünfink wurde in Berlin Neunter, hinter ihm landeten Eichelhäher, Star, Erlenzeisig (neben der Ringeltaube ist er auch in Berlin der Aufsteiger des Winters), Rotkehlchen, Schwanzmeise und Stockente. Der Stieglitz (Vogel des Jahres 2016) wurde 16., und die weiteren Plätze belegen Buntspecht, Wacholderdrossel, Kleiber und Saatkrähe. Insgesamt wurden in Berlin 87 Vogelarten gezählt, das Schlusslicht bilden Kornweihe, Bluthänfling und Bachstelze.

Einer der Verlierer: der Grünfink

Bundesweit wurden in 48.000 Gärten Vögel gezählt, und nicht alle Ergebnisse sind erfreulich. Während der Erlenzeisig viermal so häufig zu sehen war wie in den vergangenen Jahren, hat die Zahl des Grünfinks weiter abgenommen (dass er in Berlin auf Platz neun gelandet ist und bundesweit Platz 6 belegt, ändert nichts daran, dass sein Bestand sinkt.

Ein Vogel, der vegetarisch lebt

Der kleine, etwas gedrungene grün-graue Vogel mit den gelben und schwarzen Flecken an den Flügeln und am Schwanz ist eigentlich einer der häufigsten Singvögel, und er wohnt gerne in Parks und Gärten. Als Vegetarier ernährt er sich von Samen und Früchten, Pflanzenteilen, Knospen und Beeren, vor allem Hagebutten. Was er braucht, sind dichte Gestrüpp-Bereiche oder Mauern mit Efeu-Bewuchs – dort übernachtet er oft in größeren Gruppen. Warum sein Bestand sinkt, konnte ich noch nicht ergründen – oft aber ist es das Verschwinden des Lebensraums, zum Beispiel das Entfernen von Hecken und Büschen, was ihn verdrängt.

Der Bestand des Haussperlings ist gestiegen

Über den Erlenzeisig und auch den Grünfink wird es in den nächsten Tagen noch eigene Blogeinträge geben. Den Spatz aber kann offensichtlich nichts erschüttern: Sein Bestand ist in Berlin sogar deutlich gestiegen – und die Kohlmeise liegt weit hinter ihm.

Stunde der Wintervögel 2016: Erkenntnisse über einzelne Arten

Die Vogel-Zählung kann Erkenntnisse bringen, warum einzelne Singvögel mehr und andere plötzlich weniger zu sehen sind. Besonders milde oder aber eisige Winter können sich auf die Bestände ebenso auswirken wie der Einsatz von Pestiziden oder das zu starke Auslichten von Grünanlagen. Die Stunde der Wintervögel kann ein Beitrag sein, Aufmerksamkeit für die Tiere zu wecken und Missstände zu beheben.

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