Heute ist der Tag des Waldes

Berliner Buchenwald Foto: Carsten E. Böttcher
Berliner Buchenwald Foto: Carsten E. Böttcher

Heute ist der Tag des Waldes – ein Ereignis, mit dem alljährlich auf die globale Waldvernichtung aufmerksam gemacht werden soll. In den 1970er Jahren wurde der Tag von der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ins Leben gerufen., um auf die Bedeutung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung aufmerksam zu machen.

Tag des Waldes in Deutschland

Wald spielt in Deutschland eine größere Rolle, als man so denkt. So gehört das Land mit einer Gesamtfläche von etwa 11,4 Millionen Hektar (das entspricht knapp einem Drittel der gesamten Landesfläche) zu den waldreichsten Ländern der EU. Hessen und Rheinland-Pfalz haben mit jeweils 42,3 Prozent die größten Waldanteile.

Fichte und Kiefer sind die häufigsten Bäume

Auch spannend: In Deutschlands Wäldern gibt es insgesamt etwa 90 Baum- und Strauch-Arten. Am häufigsten sind Fichte (26 Prozent), Kiefer (23 Prozent), Buche (16 Prozent) und Eiche (elf Prozent). Insgesamt kann man 1215 Pflanzenarten sehen und Tausende Tierarten – die meisten davon sind Insekten. 47 Prozent der Wälder im Land sind ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete, 38 Prozent Naturparks. Strenger geschützt sind Natura-2000-Gebiete (24 Prozent), Naturschutzgebiete (sechs Prozent), Biosphärenreservate (vier Prozent) und Nationalparks (ein Prozent).

Der Wald als Klimaschützer

Pro Jahr wachsen in deutschen Wäldern etwa 110 Millionen Kubikmeter Holz nach – das entspricht 40mal dem Volumen der Cheops-Pyramide. 64 Millionen davon werden geerntet. Besonders interessant sind die Auswirkungen des Waldes aufs Klima: Er speichert pro Jahr 2,6 Milliarden Tonnen Kohlenstoff! Zu seinem Schutz werden inzwischen mehr als 70 Prozent der Gesamtwaldfläche nach den Kriterien unabhängiger Forstzertifikate wie dem PEFC- und dem FSC-Siegel bewirtschaftet.

Veranstaltungen in ganz Deutschland

Wenn man sich solche Zahlen anguckt, sollte man sich eigentlich viel mehr mit Wäldern beschäftigen. Und das ist auch eines der Ziele, die der Tag des Waldes hat. Deshalb gibt es am 21. März überall im Land Veranstaltungen – in Brandenburg zum Beispiel lädt die Waldnaturschutzwacht Hainholz in Pritzwalk zu einer Waldexkursion mit dem Revierförster ein (Treffpunkt: 14 Uhr, Waldnaturschutzwacht Hainholz/Oberförsterei Bad Wilsnack, Hainholz 4a in Pritzwalk).

Wernigerode am Harz ist die Waldhauptstadt 2019

Und jedes Jahr wird zum Tag des Waldes eine PEFC-Waldhauptstadt (PEFC ist die größte Institution zu Sicherstellung und Vermarktung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem) gekürt – in diesem Jahr ist das Wernigerode am Harz, das für sein besonderes Engagement für den Wald ausgezeichnet wird.

„Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden“

In Zeiten, in denen man den Wert von Wald in Euro misst und es hauptsächlich um Erträge geht, vergisst man gerne, welche Bedeutung er für den Menschen hat. Dass ein paar Stunden unter Bäumen mehr Erholung schenken können als eine Woche irgendwo an einem Strand, dass man tief durchatmen kann und es genießt, mal Bäume statt Häusern oder Autos zu sehen. Und Wald kann noch mehr. Das wusste schon der große Erich Kästner, der es wunderbar in Worte fasste: „Die Seele“, schrieb er einst, „wird vom Pflastertreten krumm. Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden und tauscht bei ihnen seine Seele um. Die Wälder schweigen. Doch sie sind nicht stumm. Und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.“

Tag des Waldes und die Gesundheit

Und es wissen auch Ärzte und Wissenschaftler, die in Studien beweisen, dass Bewegung im Wald Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugt, den Blutdruck senkt, die Lungenkapaziät erhöht, die Arterien elastischer macht und sogar Zellen aktiviert, die gegen Krebs wirken. Stress wird reduziert und das Immunsystem gestärkt.

Waldbaden für Körper und Seele

Eigentlich sollten Ärzte ihren Patienten regelmäßig Aufenthalte im Wald verschreiben. Der Sauerstoff, die Ruhe und die ätherischen Öle in der Luft, so Wissenschaftler, sind eine Wohltat für Körper und Seele. Japanische Wissenschaftler haben den Begriff „Waldbaden“ begründet – der Trend ist gerade dabei, auch nach Europa zu schwappen. Wenn das kein Grund ist, den Wäldern mehr Aufmerksamkeit (und Schutz) zu schenken!

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