Unscheinbare Gewässer-Reinigerin: die Teichmuschel

Muscheln gibt es nur am Meer? Von wegen. Sogar in Berliner Gewässern (oder vielmehr auf deren Grund) kann man sie sehen. Mit Glück. Denn die Große Teichmuschel, um die es hier geht, braucht etwas, was leider selten geworden ist: saubere Gewässer.

Die Teichmuschel und ihre Wachstumsringe

Die Teichmuschel, die auch als Schwanenmuschel bekannt ist, kann locker 20 Zentimeter groß werden. Sie ist etwa eiförmig, gelbgrünbräunlich und hat auffällige dunkle Streifen, die mit Baumringen vergleichbar sind – sie zeigen das Wachstum der Muschel an.

Die Schale ist das Außenskelett

Manchmal findet man in Ufernähe die offenen Kalkschalen von Teichmuscheln. Die Muschel selbst, die zu den Mollusken (Weichtiere – dazu zählen zum Beispiel auch Schnecken) gehört, lebt dann nicht mehr darin. Die Schale ist ihre Schutzhülle und ihr Außenskelett. Am Gewässergrund, wo die Teichmuschel lebt, ist sie beinahe unsichtbar. Sie verankert sich mit ihrem Fuß im Schlamm und bewegt sich auf diese Weise auch (nur wenn sie muss – und dann im Muschel-Tempo) vorwärts. Dabei wühlt sie den Boden auf und zieht aus ihm Algen und Kleinstlebewesen.

Die Muschel als Gewässer-Reinigerin

Diese Eigenschaft macht die Teichmuschel zu einem perfekten Gewässer-Reiniger und äußerst wertvoll für das Ökosystem. Ich habe gelesen, dass eine einzelne Muschel 1000 Liter Wasser filtern kann. Ihr Lebensraum sind ruhige und saubere und ausreichend tiefe Gewässer – Seen, Teiche und langsam fließende Flüsse mit sandigem oder schlammigem Boden. Im Teufelssee zum Beispiel gibt es Muscheln.

Wie sich die Teichmuschel fortpflanzt

Eine Paarung gibt es bei den Teichmuscheln nicht. Sie sind Zwitter, die etwa 600.000 Eier legen und in den Kiemen befruchten. Im Frühling werden die Larven (Glochidien genannt) ausgestoßen und suchen sich dann einen Fisch als Wirt. Sie ernähren sich vom Gewebe des Fisches, schaden ihm aber nicht. Nach einer Weile findet die Verwandlung der Glochidien in kleine Muscheln statt – zu der Zeit lösen sie sich von ihrem Wirt. Interessant ist die Verbindung zum Bitterling, der zwar auch Wirt ist, gleichzeitig aber von der Muschel profitiert, denn er legt seine Eier in der Muschelschale ab. Geschützt vor Fressfeinden wachsen die kleinen Bitterlinge auf, und wenn sie groß genug sind, öffnet sich die Muschel. Eine perfekte Symbiose!

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