Spezialität mit Charakter: das Teltower Rübchen

Wenn es nur nach Schönheit ginge, dann hätten die Teltower Rübchen keine Chance im Gemüse-Regal. Sie sind klein, etwas schrumpelig und gelblichgrau, aber wer sich davon abschrecken lässt, der verpasst etwas. Eine echte Brandenburger Spezialität nämlich, eine mit Charakter.

So schmeckt das Teltower Rübchen

Das Teltower Rübchen schmeckt intensiv, gleichzeitig scharf und süß, ein bisschen wie Rettich, aber auch wie Kohlrüben. Ausprobieren lohnt sich – so mancher ist sehr schnell zum erklärten Fan geworden.

Vom Arme-Leute-Essen zur begehrten Spezialität

Wo genau die Teltower Rübchen ihren Ursprung haben, weiß man nicht. Aber schon vor Jahrhunderten wurde sie in Teltow angebaut. Vielleicht, weil der nährstoffarme Boden dort für sie genau richtig ist. Anfangs war das Gemüse ein Arme-Leute-Essen, aber irgendwann entdeckte der Adel die kleinen Rüben und war so begeistert, dass die Teltower Rübchen-Bestellungen aus fernen Städten und Ländern bekamen. Goethe zum Beispiel ließ sich das Gemüse regelmäßig nach Weimar schicken.

Der Name ist geschützt

Aber wie das so ist – irgendwann endete die Ära der Teltower Rübchen. Der Ertrag war nicht groß, die Ernte mühsame Handarbeit. Und als die Industrialisierung einsetzte, fand sich kaum noch jemand, der bereit war, Teltower Rübchen aus dem Boden zu klauben. Das hätte wirklich das Ende des Gemüses sein können, aber glücklicherweise gab es viele Teltower, die weiterhin Rübchen in ihrem Garten anbauten. Heute sind die Teltower Rübchen ein geschützter Name, es gibt einen Förderverein und man kann die Knollen auf ausgewählten Märkten (z.B. Winterfeldtmarkt oder Chamissoplatz) oder auf dem Obst- und Gemüsehof „Teltower Rübchen“ in Teltow (Ruhlsdorfer Str. 74, geöffnet tgl. 9-19 Uhr) kaufen. Auch in einigen Restaurants werden Rübchen zubereitet (etwa im Landhotel Theodore F. in Ludwigsfelde/OT Gröben).

Teltower Rübchen werden ab Oktober geerntet

Gesät wird das Teltower Rübchen Ende August (also jetzt) als zweite Kultur, und schon im Oktober bzw. November geerntet. Dann ist es gerade mal zwei bis vier Zentimeter dick. Zubereiten kann man es auf vielerlei Art. Einfach in Butter schwenken, danach mit Brühe dünsten und mit Karamellzucker verfeinern, zum Beispiel. Auch als Suppe habe ich die Teltower Rübchen schon mal genossen. Weitere Rezepte stehen auf der Internetseite des Fördervereins Teltower Rübchen (www.teltowerruebchen.de).

Weitere Brandenburger Spezialität:

Brandenburger Korinthe

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