Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“: Veranstaltungen zum 9. November

Berlin begeht gerade das Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“. Es geht darum, anlässlich des 80. Jahrestages der Machtübertragung an die Nationalsozialisten 1933 und des 75. Jahrestages der Novemberpogrome an all das zu erinnern, was durch die NS-Diktatur verloren gegangen ist. Anfang des Jahres gab es schon mal einen Blogeintrag zu dem Thema „Zerstörte Vielfalt“ – es ist so wichtig, dass es auch in einem Naturblog Platz findet. Jetzt gibt es noch einige sehr interessante Termine.

Zerstörte Vielfalt: 40 Projekte in ganz Berlin

Das Themenjahr verteilt sich über das gesamte Stadtgebiet, es gab und gibt 40 Projekte in Gedenkstätten und Museen wie dem Deutschen Historischen Museum, das die Begleitausstellung zum Themenjahr zeigt (bis 10. November).

Mitmachen bei der Stolperstein-Putzaktion

Auch Mitmachen ist erwünscht: Am 9. November kann sich jeder an einer Putzaktion für Stolpersteine beteiligen. 5000 dieser Steine sind in Berliner Bürgersteige eingelassen – Erinnerung an jüdische Mitbewohner, die von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet wurden. Jeder einzelne nennt ein Schicksal. Man stolpert beim Einkaufen oder Spazierengehen förmlich über die Steine (siehe Foto, es entstand an der Kyffhäuser-/Barbarossastraße in Schöneberg) und wird erinnert an die Berliner, die im Haus gleich neben dem Stein gelebt haben, bevor sie deportiert wurden. Es gibt kaum eine eindringlichere Art der Erinnerung, finde ich. Umso schlimmer ist es, dass die Steine immer wieder beschmiert werden.

„Eingeschlagene Schaufenster“ an vielen Geschäften

Auch Berliner Einzelhändler haben sich eine Form der Erinnerung überlegt. Am 9. und 10. November kleben Händler am Hackeschen Markt, an der Tauentzienstraße/Kurfürstendamm und am Alexanderplatz Folien an ihre Geschäfte, die den Eindruck eingeschlagener Schaufenster erwecken – genau das hatten jüdische Händler im Dritten Reich erlebt.

„Zerstörte Vielfalt“: Aktion am Brandenburger Tor

Am 10. November schließlich gibt es als Höhepunkt und Ausklang des Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ zwischen 17 und 24 Uhr (Eintritt frei) eine multimediale Installation am Brandenburger Tor. Hauptdarsteller sind tausende Jugendliche, die ihr Statement „Mit uns nie wieder. Vielfalt heißt Freiheit“ auf originelle und berührende  Weise umsetzen wollen. Mit dabei sind aber auch Zeitzeugen wie Margot Friedländer, Inge Deutschkron, der Jazzgitarrist Coco Schumann und der britische Stargeiger Daniel Hope. Infos: www.unserevielfalt.de

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