Titanenwurz im Botanischen Garten beginnt zu blühen

Titanenwurz
Titanenwurz Foto: G. Hohlstein, Bot. Garten u. Bot. Museum Berlin

Die Titanenwurz ist ein eigentümliches Gewächs. Ein Riese von bis zu drei Metern, der ein bisschen aussieht wie ein Kunstobjekt, aber in Wirklichkeit die größte Blume der Welt ist. In der kommenden Woche wird eine dieser Pflanzen im Botanischen Garten Berlin ihre Blüten öffnen – drei Tage lang.

Die Titanenwurz kommt aus Sumatra

Heimat der Titanenwurz, die zu den Aronstabgewächsen gehört, sind die Regenwälder von Sumatra (Indonesien). Und bevor sie anfängt, ihre Blüte zu bilden, besteht sie nur aus einer bis zu 100 Kilogramm schweren Wurzelknolle. Es dauert mehrere Jahre, bis sie den riesigen Blütenstand hervorbringt. Vorher bildet sie einzelne Blätter, die monatelang stehen bleiben. Erst nach mehreren Jahren entsteht statt des Blattes der Blütenstand. Das macht das Ereignis im Botanischen Garten Berlin so besonders – es könnte Jahre dauern, bis man es das nächste Mal erleben kann.

Eindrucksvoller Blütenstand

Der Anblick der blühenden Pflanze ist beeindruckend:  Ein geriffeltes einzelnes Hochblatt (Spatha genannt), das oben dunkelrot ist und ein bisschen aussieht wie ein hochfliegender Rock, umhüllt einen Kolben (Spadix), an dessen Basis Hunderte kleiner Blüten sitzen.

Der „Duft“ der Titanenwurz

Sehr nahe kommen sollte man dem zu den Nachtblühern gehörenden Gewächs dann allerdings nicht, denn die Pflanze hat eine etwas unappetitliche Methode, Insekten als Bestäuber anzulocken: Sie sondert Aasgeruch ab. Fliegen glauben, dass die Pflanze ein verwesender Tier-Kadaver ist – und versuchen, dort Eier abzulegen. Platz finden sie nicht, aber unabsichtlich bestäuben sie die Pflanze. Spannend ist, dass sich in der ersten Nacht nur die weiblichen und in der zweiten nur die männlichen Blüten öffnen – auf diese Weise verhindert die Pflanze Selbstbestäubung.

Nach der Blütezeit entwickeln sich orangerote Beerenfrüchte, oft stirbt die Pflanze danach ab.

Die Pflanze ist schwer zu kultivieren

So groß sie ist: Die Titanenwurz ist ein empfindsames Geschöpf und sehr schwer zu kultivieren. Deshalb kann man sie auch nur in wenigen botanischen Gärten sehen. Das Exemplar in Berlin, das im Begoniengewächshaus  steht, war gestern 90 Zentimeter hoch – in den vergangenen Tagen ist es täglich mehrere Zentimeter gewachsen.

Die Titanenwurz wird wohl in der nächsten Woche blühen

Es wird erwartet, dass die Pflanze in der kommenden Woche ihre Blüte öffnet. Eine Knospe ist schon ausgebildet.  Wenn es soweit ist, bildet die Pflanze im Laufe eines Nachmittags das Hochblatt, das den Kolben umgibt.

Den genauen Tag, wann das Spektakel beginnt, kann man nicht voraussagen. Erst am Mittag des ersten Blühtages können die Gärtner ein Signal geben. Auf der Internetseite www.botanischer-garten-berlin.de kann man sich über den aktuellen Stand informieren.

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Nachtrag 24. Juni: Heute hat die Blüte begonnen, sich zu öffnen. Am Nachmittag soll sie voll entfaltet sein und ist dann drei Tage lang geöffnet.

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