Turnkünstlerin im Schilf – die Bartmeise

Dieser Vogel kann einen Kunstturner neidisch machen. Er klettert an Schilfhalmen herum, zeigt einen formvollendeten Spagat und sieht dabei auch noch sehr entspannt aus. Es ist eine Bartmeise, die es in Brandenburg nur sehr, sehr selten gibt. Gerade einmal fünf Tiere wurden bei der Stunde der Gartenvögel gezählt, in der Natur in Berlin nicht ein einziges.

Ihr schwarzer Bart gibt der Bartmeise den Namen

Dabei ist der schöne Vogel mit dem zartbeigefarbenen Gefieder, dem hellgraublauen Kopf und dem auffälligen Bartstreifen, der ihm den Namen gibt, gar nicht einmal besonders scheu. Wenn er nicht im Schilf herumturnt, sitzt er gerne auf Bootsstegen und lässt sich von Menschen gar nicht beunruhigen. Andererseits ist die Farbe seines Gefieders perfekt an die Umgebung angepasst. Wer nicht genau guckt, wird die Bartmeise vermutlich erst bemerken, wenn sie die Schilfhalme zum Rascheln bringt.

Gruppenflug über dem See

Häufiger allerdings ist der Vogel in kleinen Gruppen am See unterwegs. Oder besser: über dem See. Nur ein paar Zentimeter über der Wasserfläche fliegen sie und stürzen sich danach laut rufend ins Schilf. Dort finden sie im Sommer ihre bevorzugte Nahrung: Insekten und Spinnen. Im Winter stellen die Bartmeisen ihren Speiseplan um: In Ermangelung von Insekten leben sie von Schilfsamen.

Ältere Bartmeisen helfen bei der Aufzucht der Geschwister

Eigentlich halten sich die Vögel fast ihr ganzes Leben lang im Schilf aus. Sie bauen dort sogar ihre Nester – meist brüten viele Bartmeisen nebeneinander ziemlich dicht über der Wasseroberfläche. Paare, die sich einmal zusammengefunden haben, bleiben ein Leben lang zusammen. Sie teilen sich das Brutgeschäft. Was ich erstaunlich finde, ist, dass manchmal sogar fremde Bartmeisen mitbrüten. Und dass ältere Jungvögel bei der Aufzucht der kleinen Geschwister helfen.
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