Unerwartete Begegnungen bei der Großstadtsafari

Dass es in Berlin viel Natur gibt, ist nicht neu. Auch wenn wir Menschen große Augen machen, wenn uns auf einer Hauptstraße plötzlich eine Wildschweinfamilie entgegenkommt, ein Fuchs am Kurfürstendamm entlang spaziert oder ein Waschbär nachts mit Getöse einen Mülleimer umwirft – in einer Stadt, in der es viele Grünanlagen gibt, muss man mit solchen Überraschungen rechnen.  Zu sehen gibt es aber nicht nur große Tiere, sondern auch ganz kleine Arten, die man normalerweise eher übersieht. Diesen Mitbewohnern spürt die Großstadtsafari nach, zu der das Museum für Naturkunde am 2. Juni einlädt.

Großstadtsafari und die Folgen des Klimawandels

Die stadtökologische Führung wendet sich an Kinder und Erwachsene, die mit neugierigem Blick durch ihre Stadt wandern. Dr. Beate Witzel  entfernt sich dabei gar nicht weit vom Museum. Man muss schließlich nicht in den Wald gehen, um Tiere und Pflanzen zu sehen. Bei der Führung geht es auch um Arten, die bis vor einigen Jahren gar nicht heimisch waren bei uns – sichtbare Zeichen des Klimawandels.  Um den geht es bei der Großstadtsafari nämlich auch, mit all den Folgen, die er für Pflanzen, Tiere und Menschen hat. Die können eher klein sein, vom früheren Laichen bei Fischen und früheren Blütezeiten bei Pflanzen bis zu kürzeren Schlafperioden bei Winterschläfern, aber auch größer: das Absinken des Grundwasserpiegels  zum Beispiel oder extreme Wetterereignisse.

Es gibt Tier- und Pflanzenarten, denen es in Deutschland inzwischen zu warm geworden ist – sie werden vertrieben. Andere, die früher eher in südlichen Gefilden lebten, tauchen plötzlich im kühlen Norden auf. Ich habe vor einigen Jahren im Sommer auf einer Wiese in Brandenburg eindrucksvolle Wespenspinnen gesehen (nichts für Spinnenphobiker, denn diese Tiere sind nicht klein und bauen ihre Netze in Wadenhöhe…), die früher eher in Südeuropa heimisch waren.

Spurensuche im Herzen der Stadt

Ob diese Spinnen auch bei der Großstadtsafari zu sehen sind, weiß ich nicht. Aber unerwartete Begegnungen gibt es garantiert, sogar mitten in der Großstadt. Außerdem ist der Termin nicht nur spannend, sondern auch eine gute Vorbereitung für den Langen Tag der Stadtnatur am 15. Juni, bei dem es ja ebenfalls um den Klimawandel geht.

Termin: 2. Juni, 11-13 Uhr, Teilnahme 5, erm. 4 Euro.  Treffpunkt: Invalidenstr. 43, Mitte. Anmeldung erforderlich: Tel. 030/2093/8550 oder besucherservice@mfn-berlin.de

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