Unter den Eichen – Berlins schönste Verkehrsinsel

Heute geht es mal um eine Verkehrsinsel. Genauer: die wahrscheinlich schönste Verkehrsinsel in Berlin. Das liegt an den alten Bäumen, die dort in zwei Reihen stehen und ein bisschen Park-Atmosphäre verbreiten.  Diese Bäume haben der Straße sogar ihren Namen gegeben: Unter den Eichen. Es ist eine vielbefahrene Straße, eine Bundesstraße sogar.

Unter den Eichen: 120 Jahre alte Stieleichen gaben ihr den Namen

Wer Berlin in Richtung Potsdam verlässt, der fährt in Zehlendorf auf der Straße Unter den Eichen an den Namenspaten vorbei: unzähligen bis zu 120 Jahre alten Stiel-Eichen, zwischen denen eine breite Rasenfläche verläuft. Im Sommer ist das Laub der Bäume so dicht, dass man ihnen zu Füßen einen mittleren Regenschauer beinahe trocken überstehen kann.

Verkehr setzt den Bäumen zu

Ich beneide die Bäume allerdings nicht. Der Verkehr ist enorm, und immer wieder gibt es Unfälle, bei denen die Bäume vermutlich schwerere Schäden davontragen als die Autos. Die Zahl der Eichen hat sich deshalb schon gelichtet – immerhin wurden in einige der entstandenen Lücken junge Eichen gesetzt.

 Vom Reitweg zur Chaussee

Entstanden ist die Straße Unter den Eichen als Reitweg. 1792 beauftragte König Friedrich Wilhelm II. den Baumeister Carl Gotthard Langhans (er erschuf auch das Brandenburger Tor), diesen Reitweg zu Preußens erster Chaussee auszubauen. Anfangs wuchsen am Rand Pyramidenpappeln, 1880 wurden Eichen gepflanzt. Dass die Straße heute eine so breite Verkehrsinsel hat, liegt daran, dass es in den 1920er Jahren einige Umplanungen gab – die einstige Chaussee wurde zum Mittelstreifen, die neue Straße entstand an beiden Seiten davon.

Artenvielfalt Unter den Eichen

Heute ist das Grün zwischen den Bäumen im Sommer eine üppige Wiese, auf der die unterschiedlichsten Klee-Sorten und viele andere Pflanzen blühen und Millionen Insekten anlocken. Seit einiger Zeit verzichtet die Stadt dort auf großflächiges Mähen – zum Glück. Denn während die meisten Verkehrsinseln nach dem sommerlichen Mähen schnell braun und trocken werden, bleibt es Unter den Eichen grün und bunt. Der Bereich zwischen Asternplatz und Patschkauer Weg und jener zwischen Charlottenburger und Fischerhüttenstraße ist heute ein Gartendenkmal.

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