Unterwegs im Tegeler Fließtal

Tegeler Fließtal
Tegeler Fließtal

Das Tegeler Fließtal ist eine erstaunliche Landschaft. Ein Sumpfgebiet, das zwischen Hermsdorf und Lübars liegt und sich bis nach Brandenburg hinein erstreckt. Zu sehen gibt es viel – sogar im Spätwinter.

Tegeler Fließtal: Reizvolles Natura-2000-Gebiet

Wer Glück hat, eine Führung des Nabu in dem reizvollen Natura-2000-Gebiet (europaweites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter Lebensräume und Arten) auf dem Tegeler Fließtalweg und in den Eichwerder Moorwiesen mitzuerleben, z.B. mit dem Biologen Dr. Hans-Jürgen Stork, der sieht, hört und erlebt noch einiges mehr.

Der Specht und sein Trommelwirbel

Er lernt zum Beispiel, dass das rhythmische Trommelgeräusch hoch oben in einem Baum das Werbetrommeln eines paarungsbereiten Spechtes ist. Und er erfährt, wo man zwischen Büschen und hohen Gräsern einen Biberbau sehen kann.

100 Brutvogelarten und unzählige andere Tiere

Das urwüchsige Fließtal wirkt auf den ersten Blick etwas lebensfeindlich. Was ein Irrtum ist, denn das Gebiet wimmelt vor Leben. Allein 100 Brutvogelarten gibt es, außerdem leben hier Bisamratte und Ringelnatter (die kann man im Frühling manchmal beim Sonnenbad beobachten), Fischotter, Wasserspitzmaus und Jagdfasan.

Trockene Bereiche mitten im Feuchtgebiet

In den trockenen, sandigen Teilen des Fließtals (die gibt es auch) blühen Sand-Strohblume, unterschiedliche Nelkenarten und Glockenblumen. Gleich daneben ist es aber wieder feucht.

Eine Eiche, die nasse Füße mag

Für Pflanzen ist die Landschaft mit ihren Feuchtwiesen, Niedermooren, Erlenbruch-Bereichen und Röhrichtbeständen eine Herausforderung. Erlen und Birken, die Feuchtigkeit vertragen können, stehen dort, wo sie nicht das ganze Jahr über nasse Füße haben – andere Bäume sterben irgendwann ab. Nur eine einzelne Eiche trotzt der Nässe seit Jahrzehnten und überrascht die Biologen, denn Eichen mögen es eigentlich nicht so feucht.

Spaziergang in den Eichwerder Moorwiesen

Besonders reizvoll sind die Eichwerder Moorwiesen mit dem Eichwerder Steg, der mitten durch die Auenlandschaft führt – vorbei an Bruchwald und offener Landschaft. Neben dem Weg informieren unzählige Tafeln über die Tiere und Pflanzen des Tegeler Fließtals, das zu den schönsten und wertvollsten Naturgebieten Berlins gehört.

Ein Weg verbindet Hermsdorf und Lübars

Einen ersten Steg gab es schon seit 1927 – damals hatte man die Absicht, die Dörfer Hermsdorf und Lübars zu verbinden. Eine Holzbrücke wurde gebaut, außerdem ein Damm, der allerdings schnell absackte – inzwischen gibt es eine Brücke, die das Überschwemmungsgebiet überspannt.

Warum der Mensch in die Natur eingreift

Entstanden ist das Tegeler Fließtal gegen Ende der letzten Eiszeit als Schmelzwasserrinne für das abtauende Gletschereis. Aber es gab immer auch menschliche Eingriffe, die die äußerst empfindliche Landschaft verändert haben – einige, etwa der Bau von Entwässerungsgräben, haben ihr geschadet. Andere sind notwendig: Heute werden regelmäßig Weidengebüsche entfernt, damit die offenen Bereiche nicht zuwuchern. Außerdem wird versucht, die Wasserstände stabil zu halten. Die Folge: Selten gewordene Tiere wie die Bekassine finden hier wieder Lebensräume.

Tegeler Fließtal und Eichwerder Moorwiesen- Anfahrt

Vom S-Bhf. Hermsdorf knapp 1,5 Kilometer Fußweg: geradeaus in den Waldseeweg, immer geradeaus, über die Berliner Straße (B96) bis zum Hermsdorfer Damm, rechts abbiegen, rechts in die Marthastraße, links in die Bertramstraße

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