Verräterische Spuren im Schnee

Da gibt man sich die größte Mühe, vom Menschen ungesehen durch den Wald zu streifen – und dann das. Der Schnee verrät: alles. Jeden Weg, jeden Umweg, jeden Halt. Kleine Füße, Hufe oder Pfoten malen Spuren ins Weiß, und jeder kann sie sehen. Erkennen auch?  Zeit für ein eisiges Detektivspiel um Fährten im Schnee.

Linien und Punkte: Fährten im Schnee

Winzig kleine Punkte in aufgeregten Schlangenlinien? Das könnte eine Feldmaus auf Futtersuche (oder auf der Flucht) sein. Immer im Wechsel zwei Punkte und zwei etwas längere Linien? Ein Eichhörnchen war hier flott unterwegs. Zwei Linien, die fast ein V bilden? Ein Reh. Eine Wildschwein-Fährte erkennt man an den zwei größeren, an einer Seite schmaler zulaufenden Linien und den beiden dahinterliegenden kleineren – sie werden von den sogenannten Afterklauen, die hinteren Zehen, in den Schnee gedrückt. Das auf dem Foto gezeigte Muster stammt übrigens vermutlich von einer Krähe.

Begegnung mit Berliner Bären

In Finnland könnte man Bärenspuren finden – breite Tatzenabdrücke mit Klauen vorne -, wer die in Berlin sehen will, der muss im Tierpark, im Zoologischen Garten oder im Bärengehege in Mitte gucken. Sollten Sie mal so ähnliche Fährten im Schnee sehen – bloß kleiner -, im Grunewald sehen, dann könnte ein Waschbär unterwegs gewesen sein, die gibt es nämlich in Berlin.

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One thought on “Verräterische Spuren im Schnee”

  1. Dieser Artikel gefällt mir besonders gut – Vielen Dank! 🙂
    Passend für den herrlichen Schnee-Tag heute, noch dazu sehr interessant geschrieben. Und das Ökowerk hat wahrlich eine Erwähnung verdient, wenn es um Berlins (wilde) Natur geht…auch im Winter!

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