Vogel-Nestwurz in Brandenburgs Wäldern

Vogel-Nestwurz
Vogel-Nestwurz Foto: Silke Böttcher

Die Vogel-Nestwurz ist eine Orchidee für den zweiten Blick. Vielleicht auch für den dritten. Was vor allem daran liegt, dass sie sich so gut wie unsichtbar machen kann. Wer die Pflanze sehen möchte, braucht nicht nur scharfe Augen, sondern auch viel Glück, denn sie ist in Brandenburg sehr selten.

Die Vogel-Nestwurz ist ein Schmarotzer

Die braune Farbe der Pflanze bedeutet übrigens nicht, dass sie kurz vor dem Verwelken ist. Die Waldbewohnerin  betreibt keine Photosynthese und bildet deshalb keine grünen Blätter. Sie gehört zu den sogenannten myko-heterotrophen Pflanzen, die sich, einfach gesprochen, von Pilzen bewirten lassen. Als Wirt dienen bestimmte Pilzarten, die eine Symbiose mit Bäumen eingehen. Diese Verbindung zapft die schmarotzende Orchidee an. Auf diese Weise ernährt sie sich und benötigt deshalb kein Sonnenlicht.

Honigduft lockt Insekten an

Die Vogel-Nestwurz wird ungefähr 30 Zentimeter hoch, ist gelbbraun und hat längliche, ziemlich dicht am Stängel sitzende Blätter, die an Schuppen erinnern. Die aparten Blüten haben die typische Orchideen-Form (siehe Foto) mit einer langen, an der Spitze zweigeteilten Lippe, über der eine Art Blütenhelm  sitzt. Bestäubende Insekten macht die Pflanze mit intensivem Honigduft auf sich aufmerksam. Was gut ist, denn manchmal ist sie so dicht von anderen Gewächsen umgeben, dass die Fliegen die Blüten sonst vermutlich kaum finden würden.

Die Samen sind fein wie Staub

Blütezeit der Vogel-Nestwurz, die vor allem in dichten, schattigen Laubwäldern mit basenreichen Böden wächst, ist zwischen Mai und Juni/Juli. Danach bilden sich Fruchtkapseln, die aufplatzen, wenn die staubfeinen Samen reif sind – um die Verbreitung kümmert sich dann der Wind.

In Brandenburg steht die Vogel-Nestwurz auf der Roten Liste

In vielen Bundesländern gehört die Vogel-Nestwurz (sie war übrigens Orchidee des Jahres 2002) zu den häufigeren Orchideen, in Brandenburg aber ist sie leider sehr selten, sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Und wer sich fragt, woher der Name der Pflanze kommt: Ihre verschlungenen Wurzeln haben ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Vogelnest…

Eine weitere Pflanze, die kein Chlorophyll bildet: die Schuppenwurz

467 total views, 1 views today


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Copyright © 2012-2017 Silke Böttcher · Wildes Berlin · All Rights Reserved

Facebook
thomas davisthomas davis