Seltenes Tier: die Berliner Schneeschlange

Schneeschlange
Schneeschlange Foto: Silke Böttcher

Sie taucht immer nur im Winter auf und hat eine ausgesprochene Abneigung gegen Wärme: die Schneeschlange. Meistens sieht man sie auf dünnen Ästen, manchmal auch auf Zäunen. Anfassen sollte man sie lieber nicht, denn sie ist zwar nicht bissig oder giftig, aber sehr berührungsempfindlich. Einmal angefasst, zerfällt sie. Buchstäblich.

Der Frost und die Schneeschlange

Die Schneeschlange auf dem Foto oben habe ich am Wochenende in Zehlendorf gesehen, und um sie herum noch einige mehr. Sobald man anfängt, darauf zu achten, sieht man sie überall auf den Bäumen herumschlängeln. Ich kann nur vermuten, wie sie entstehen. Sie tauchen nämlich nicht immer auf, wenn Schnee liegt. Wahrscheinlich hat ihre Entstehung ein bisschen etwas mit Temperaturschwankungen zu tun. Nämlich damit, dass es erst kalt, dann wärmer und dann wieder kalt wird. Der frisch gefallene Schnee taut also ganz leicht an und rutscht ein Stück vom Zweig ab, friert dann aber gleich wieder und bildet so die originelle, geschlängelte Form.

Frostige Kunstgebilde

Wenn man sich so umschaut, dann merkt man, dass der Winter viel Sinn für Humor hat und ziemlich künstlerisch begabt ist. Nicht nur weil er vergängliche Schneeschlangen bildet.Er kann noch mehr: Da sitzen winzige weiße Schneehütchen auf Bucheckernschalen oder Pilzen, Kiefern schmücken sich mit eisigen Schaumkronen und Schneeverwehungen malen kunstvolle Muster auf Baumrinde. Sogar auf Knallerbsen und den Streben von Metallzäunen habe ich schon kleine Schneemützen gesehen. Von Zaunpfählen ganz zu schweigen.

Haselblüte im Schnee

Die Hasel übrigens, die vor einigen Tagen schon Thema in diesem Blog war, setzt noch immer unbeirrt auf Frühling. Sie kümmert sich weder um den Frost, noch um die Schneeschlangen um sie herum. Und blüht…

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