Der Wald in Berlin hat sich 2013 leicht erholt

Berliner Buchenwald Foto: Carsten E. Böttcher
Berliner Buchenwald Foto: Carsten E. Böttcher

Dem Wald in Berlin geht es besser. Ein bisschen. Das geht aus dem Waldzustandsbericht 2013 hervor. Großen Grund zur Freude aber gibt es nicht, denn die Verbesserung betrifft eine wichtige Baumart nicht: die Eiche. Doch der Reihe nach.

Nur ein Drittel des Waldes in Berlin ist ohne Schäden

Ich finde es immer ein bisschen schwierig, die Gesundheit von Lebewesen in Zahlen und Statistiken auszudrücken. Aber ganz ohne geht es in dieser Geschichte nicht. Man erfährt nämlich doch einiges, wenn man die Zahlen vom vergangenen Jahr mit 2012 vergleicht. Demnach sind 33 Prozent der Berliner Waldflächen 2013 ohne Schäden gewesen (zwei Prozent mehr als 2012). Für 46 Prozent der Wälder gilt allerdings die Schadstufe 1 (drei Prozent mehr als 2012) und in 21 Prozent der Berliner Wald-Flächen wurden deutliche Schäden festgestellt, 2012 waren es noch 26 Prozent gewesen.

Der Kiefer geht es besser, der Eiche noch nicht

Bei der Kiefer hat sich einiges verbessert: 43 Prozent des Bestandes sind ohne Schäden (plus zwei Prozent), 47 Prozent haben Schadstufe 1 (diese Zahl hat sich nicht verändert) und zehn Prozent haben deutliche Schäden (diese Zahl ist um zwei Prozent gesunken). Bei der Eiche sind nur vier Prozent ohne Schäden (Wert wie 2012) und 31 Prozent haben Schadstufe 1 (acht Prozent mehr als 2012). Immerhin ist die Zahl der Eichen mit deutlichen Schäden um acht Prozent auf 65 Prozent gesunken. Wobei 65 Prozent immer noch extrem viel sind. Besonders betroffen ist die Stieleiche, aber auch bei der Trauben-Eiche sind die Schäden sehr hoch – allerdings hat sich ihr Zustand im vergangenen Jahr stark verbessert. Zu den Buchen sagt die Statistik nichts, was an der eher geringen Zahl dieser Bäume im Wald in Berlin liegt.

Trockene Sommer schaden Berlins Wald

Meistens sind (abgesehen von Schadstoffen) trocken-warme Sommer schuld an der Verschlechterung des Waldzustandes. Der Sommer 2003 zum Beispiel sorgte für deutliche Schäden bei der Kiefer, bei der Eiche begannen die Probleme vermutlich schon im niederschlagsarmen Jahr 1998. Waldbäumen geht es am besten, wenn die Winter kühl (mit Schnee) sind und die Sommer warm, aber nicht zu trocken. Das entspricht dem kontinentalen Klima, das die Kiefer braucht. 2013 gab es zwar einen warmen Sommer, aber ausreichend Niederschläge, was sich auch beim Wald in Berlin positiv ausgewirkt hat.

Wald in Berlin: Gefährlicher Eichenprozessionsspinner

Was der Eiche sehr zu schaffen macht, ist auch der Eichenprozessionsspinner, der auch für Menschen gefährlich ist. In Brandenburg wurde der Schädling im vergangenen Jahr auf 8700 Hektar Eichenwald bekämpft.

Erkennen kann man die Gesundheit der Bäume zum Beispiel am Zustand der Krone. Je lichter sie ist, desto geschädigter ist der Baum. Von der märkischen Buche immerhin gibt es gute Nachrichten: 75 Prozent gelten als gesund.

Hier finden Sie den kompletten Waldzustandsbericht des Landes Berlin

 

 

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