Warum der Iltis auch Stinkmarder heißt

Wenn sich der Europäische Iltis bedroht fühlt, dann schießt er. Scharf. Er sondert ein Sekret aus seinem Hinterteil ab, das so übel riecht, dass das Tier auch als Stinkmarder bezeichnet wird. Es ist also besser, ihm nicht zu nahe zu kommen.

Der Iltis ist mit Hermelin und Wiesel verwandt

Der Iltis gehört zu den Mardern, er ist mit dem Hermelin, dem Wiesel, dem Dachs, dem Steinmarder, dem Nerz und dem Otter verwandt. Die Ähnlichkeit mit Steinmarder und Wiesel sieht man dem Iltis an – er ist schlank, etwa 40 Zentimeter lang (mit Schwanz etwa 15 Zentimeter länger) und hat vergleichsweise kurze Beine.

Räuber mit Augenmaske

Sein Fell ist dunkelbraun, man sieht das gelblichgraue Unterfell durchschimmern. Die Körperunterseite ist beinahe schwarz.  Schnauze, Ohrenspitzen und der Bereich über den Augen sind weiß – der Iltis sieht ein bisschen aus wie ein Räuber mit Augenmaske.

Einzelgänger am Waldrand

Unterwegs ist der Einzelgänger vor allem an Waldrändern, auf Feldern und Wiesen, vorausgesetzt, er findet genug Deckung. Feuchtgebiete mag er besonders gerne, auch in der Nähe von Gewässern hält er sich oft auf. Er ist ein ausgezeichneter Schwimmer und Taucher.

Mit Menschen hat der Iltis kein Problem. In Ställen und Scheunen jagt er Mäuse und anderes Kleingetier. Zu sehen bekommt man ihn dennoch selten, denn er wird erst in der Dämmerung aktiv. Den Tag verbringt er in Erdlöchern, Kaninchenbauten oder Felslöchern.

Besonders gut gucken kann der Iltis nicht, aber sein Gehör und der Geruchssinn sind so ausgeprägt, dass er seine Beutetiere ohne Probleme wahrnehmen kann. Er jagt überwiegend auf dem Boden oder im Wasser.

Geschickter Jäger

Dass der Iltis zu den Raubtieren gehört, merkt man an seiner Jagdweise. Er ist sehr geschickt und so kräftig, dass er sogar Tiere fängt, die doppelt so groß sind wie er. Hauptnahrung sind Frösche, Fische, kleine Vögel, Ratten und Mäuse. Wenn es ihm gelingt, in einen Stall einzudringen, sind aber auch Hühner nicht vor ihm sicher. Seine Beute tötet er mit einem Biss in den Nacken und schleppt sie dann in seine Höhle.

Wohnung mit Moospolster

In Sachen Wohnung ist der kleine Räuber ein echter Genießer. Er baut leere Kaninchenbauten aus oder gräbt selbst Höhlen, die er dann mit Moos, Heu oder Gras auspolstert. Dorthin zieht er sich auch im Winter zurück (wenn er nicht  gerade Platz in einem leerstehenden Gebäude findet).

Rabiate Paarung

Paarungszeit des Iltis ist zwischen März und Mai, in dieser Zeit kann man ihn auch hören (typisch ist ein keckernder Ruf). Männchen liefern sich erbitterte Kämpfe und sind bei der Paarung auch nicht zimperlich: Sie beißen das Weibchen in den Nacken und halten es so bewegungslos.

Der Iltis-Bestand geht zurück

Der Nachwuchs kommt nach sieben Wochen zur Welt – Winzlinge  von gerade einmal zehn Gramm mit weißem Fell. Nach einem Monat öffnen sie ihre Augen und schon drei Wochen später verlassen sie probehalber das Nest (zum Unmut der Mutter, die ihre Jungen immer wieder zurücktragen muss). Mit drei Monaten sind die Iltis-Jungen schon selbständig. Allerdings sind sie großen Gefahren ausgesetzt: Füchse, Greifvögel und Eulen können ihnen gefährlich werden. Und – leider – auch der Mensch. Der nimmt ihnen nicht nur den Lebensraum und gefährdet sie durch den Straßenverkehr, sondern verfolgt sie auch immer noch wegen ihres Fells.  In Deutschland steht der Iltis mittlerweile auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten.

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