Die Weiden blühen

Weidenkätzchen
Weidenkätzchen Foto: Silke Böttcher

Die Kätzchen der Weiden gehören zu den auffälligsten Blütenständen überhaupt. Sie tragen ein flauschiges „Fell“, das besonders Kinder begeistert. Bei einer Wanderung durch die Berliner Natur kann man sie jetzt überall sehen.

Die bekanntesten heimischen Weiden

Ein paar Informationen vorab: Weltweit gibt etwa 450 Weiden-Arten, deren Kätzchen ganz unterschiedlich aussehen. In Mitteleuropa sind es etwas mehr als 60 Arten. Zu den bekanntesten gehören die Sal- und die Korbweide. Letztere verdankt ihren Namen den biegsamen Ruten, aus denen man Körbe flechten kann.

Lebende Zäune aus Weidenruten

Auch Zäune werden aus Weidenruten hergestellt – und es gibt sogar welche, die wieder austreiben: Für diese sogenannten lebenden Zäune werden ganz frische Weidenruten erst etwa zwölf Stunden in Wasser gelegt und danach im Abstand von etwa 15 Zentimetern in die Erde gesteckt (etwa 40 Zentimeter tief, danach mit Erde umgeben und gut wässern). Es dauert lange, bis die Ruten austreiben, später kann man die Triebe verflechten.

Unterschiedliche Blattform

Aber zurück zu den Weiden selbst: Sie werden je nach Art wenige Zentimeter bis 30 Meter hoch. Die Blätter sind ebenfalls unterschiedlich. Bei der Sal-Weide sind sie länglich-eiförmig, die Korbweide hat sehr schmale, bis zu 25 Zentimeter lange Blätter.

Flauschig weiche Blütenstände

Die Blütezeit der Sal- und der Korbweide ist im März und April – sie gehören damit zu den wichtigsten ersten Futterpflanzen für Bienen. Die Blätter entstehen erst etwas später. Die Kätzchen, die so genannt werden, weil sie ein bisschen aussehen wie Katzenfell, sind der Blütenstand, an dem man die winzigen gelben Blüten sehen kann.

Männliche Kätzchen sind auffälliger

An einer Weide wachsen entweder nur männliche oder nur weibliche Kätzchen. Die männlichen sind die auffälligeren und werden bis zu zweieinhalb Zentimeter lang, sie fallen nach der Blüte ab. Die weiblichen Blüten bilden im Mai und Juni die Früchte.

Brachflächen und Ufernähe

Standort der Sal-Weide sind nährstoffreiche Böden, sie gedeiht aber auch auf Brachflächen und Schutthalden. Auch die Korbweide liebt nährstoffreiche Böden, sie steht vor allem in der Nähe von Gewässern und bildet häufig Gebüsche.

Weiden sind wertvoll für die Artenvielfalt

Für die Natur sind die Weiden von großem Wert, denn sie sind Lebensraum unzähliger Insekten. Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs und der Zitronenfalter finden ebenso wie Bienen den ersten Nektar des Jahres, Käfer und Schmetterlingsraupen ernähren sich von den Pflanzensäften. Die Sal-Weide zum Beispiel lockt auch Falter an, die auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. Darunter sind der Kleine und der Große Schillerfalter und der Maivogel.

Woher die Korbweide ihren Namen hat

Die Korbweide wiederum wird nicht nur für die Korbherstellung genutzt, sondern sie dient auch zur Befestigung von Uferbereichen. Oft werden sie zu Kopfweiden geschnitten (d.h. der Stamm des jungen Baums wird beschnitten und die daraus sprießenden Zweige, die ebenfalls regelmäßig beschnitten werden, bilden nach einigen Jahren einen Kopf).

Was Weiden mit Aspirin gemeinsam haben

Übrigens spielen Weiden auch in der Heilkunde eine wichtige Rolle. Ihre Rinde wurde schon früher als Mittel gegen Schmerzen und Fieber geschätzt. Dafür wurde die Rinde gekocht. Die Rinde enthält unter anderem Gerbstoffe und Salicin – Letzteres wird vom Körper zu Salicylsäure (auch als Spirsäure bekannt) umgewandelt, die Fieber senkt, Schmerzen lindert und antirheumatisch wirkt.

Und wer jetzt stutzt, hat Recht: Aus dieser Säure wurde später die Acetylsalicylsäure entwickelt, die zum Beispiel in Aspirin enthalten ist (der Name Aspirin ist eine Abkürzung aus Acetylspirsäure).

Weidenzweige als Schmuck für die Vase

Die Weidenkätzchen aber, die gerade überall blühen, sind beliebt als sehr dekorativer Schmuck für die Blumenvase. Und im Garten werden sie zum Frühlings-Treffpunkt für die ersten Insekten.

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