Wo man seinen Weihnachtsbaum selbst schlagen kann

Wenn man sich die vielen Weihnachtsbäume so ansieht, die im Moment an jeder Straßenecke angeboten werden, kann man sich vorstellen, dass einige davon irgendwann einfach so im Müll landen, ohne jemals in einem Wohnzimmer gestanden zu haben. Und deshalb finde ich die Idee so gut, den Weihnachtsbaum in speziellen „Weihnachtswäldern“ selbst zu schlagen. Möglichkeiten dafür gibt es rund um Berlin genug, und Spaß macht es noch dazu.

Weihnachtsbaum aus Mellensee

In Mellensee bei Zossen (ungefähr 20 Kilometer südlich von Berlin) gibt es einen richtigen Weihnachtsbaumwald aus Blaufichten, in dem man 1,50 bis vier Meter große Bäume selbst schlagen kann. Wer sich das nicht zutraut, bekommt aber auch frisch geschlagene maximal zwei Meter große Nordmanntannen bzw. Blaufichten. Insgesamt 12.000 Bäume stehen zur Auswahl – alle sind ohne chemische Keule herangewachsen, denn auf Monokultur wird verzichtet. Die Bäume sind zehn bis 23 Jahre alt.

Tannengrün und Heißgetränk

Bei über vier Meter hohen Bäumen begleitet ein Fachmann die Selbst-Schläger, um Unfälle zu verhindern. Werkzeug muss man übrigens nicht mitbringen, das wird zur Verfügung gestellt, auch Netze für den Transport bekommt man. Die Bäume kosten 20 Euro pro Meter inklusive Tannengrün und einem Heißgetränk, bei Bäumen über zwei Meter steigt der Meterpreis ein bisschen.

Bäume mit Ballen fürs zweite Leben im Garten

Wer mag, kann auch eine Blaufichte mit Wurzelballen kaufen und sie später in den Garten pflanzen. Außerdem gibt es Tannengrün. Am Wochenende bekommen Kinder ein kleines Geschenk vom Weihnachtsmann und es gibt ein Programm mit Ponyreiten, Stockbrot-Backen und Kerzen-Ziehen. Für die Erwachsenen wird Glühwein ausgeschenkt, für Kinder gibt es Kinderpunsch, außerdem gibt es Bratwurst und Kesselgulasch.

Anfahrt: Von Rangsdorf am Berliner Ring durch Großmachnow und Dabendorf nach Zossen, nach Mellensee Richtung Sperenberg abbiegen. Im Ort stehen Hinweisschilder. Der Wald liegt am Mokeweg. Infos: weihnachtsbaum-selbst-schlagen.de. Öffnungszeiten: bis 23. Dezember täglich von 8 bis 16 Uhr, Heiligabend 8 bis 12 Uhr. Anmeldung nicht erforderlich.

Weihnachtsbaum selbst schlagen in der Barnimer Heide

In der Barnimer Heide kann man an sämtlichen Advents-Wochenenden ab zehn Uhr ebenfalls seinen Weihnachtsbaum schlagen. Anbieter ist die Forstgemeinschaft Barnimer Heide. In dem Waldgebiet stehen Blaufichten in unterschiedlichen Größen. Die Preise für die Bäume richten sich nach der Größe. Gegen die Kälte wird Glühwein angeboten. Bitte anmelden unter Tel. 0162/2446731.

Adresse: Naturpark Barnim, Dorfstraße 67, 16359 Biesenthal OT Danewitz

Ein Baum vom Werderaner Tannenhof

Auf dem Werderaner Tannenhof in Werder/Havel stehen Nordmanntannen, Blaufichten, Kiefern, Coloradotannen und einige andere Sorten zur Auswahl. Werkzeug kann man mitbringen, aber auch ausleihen, eine Transportkarre ebenfalls. Wer selbst sägen will, sollte beachten, dass das nur bis zu einer Höhe von vier Metern allein geht, bei höheren Bäumen hilft das Personal. Am Stand werden die Stämme angespitzt, damit sie in den Weihnachtsbaumständer passen (am besten den Ständer mitbringen). Je nach Art und Größe kosten die Bäume ab 14 Euro. Bis zwei Meter muss man zwischen 28 und 40 Euro, ab zwei Meter zwischen 30 und 200 Euro rechnen.

Ein Weihnachtsmarkt gehört dazu

Bis zum 23. Dezember kann man täglich von 9 bis 17 Uhr Bäume schlagen, außerdem gibt es Glühwein am Lagerfeuer, Imbiss- und andere Stände auf dem kleinen Weihnachtsmarkt. Im keinen Hofladen gibt es Weihnachtsbaumschmuck, Marmelade, Lichterketten Fleisch und anderes.

Anfahrt: Werder/Havel OT Plessow,  A 10 bis Groß Kreutz/Derwitz, links auf  B1 Richtung Potsdam, nach 1500 Metern rechts Richtung Lehnin abbiegen, die Plantage liegt etwa 250 Meter weiter links. Infos: werderaner-tannenhof.de

Besuch in den Späth’schen Baumschulen

Wer in Berlin gern einen Weihnachtsbaum mit Wurzel haben möchte, der ist in den Späth’schen Baumschulen richtig. Dort bekommt man Rotfichten, Serbische Fichten und Blaue Stechfichten, die langsam herangezogen wurden und mit dichtem Wurzelballen verkauft werden. Nach Weihnachten können sie im Garten eingepflanzt werden.

Lichterglanz im Tannenwald

Schon geschlagene Bäume gibt es auch: Nordmanntannen, Nobilistannen, Schwarzkiefern und Rotfichten. Vom 5. bis 7. Dezember kann man den Besuch in den Baumschulen mit dem Weihnachtsmarkt Lichterglanz im Tannenwald verbinden – inklusive Weihnachtsmann und Rentierschlitten. Theater, Märchen, Geschenke-Basteln, Kerzen-Ziehen und Eselreiten werden angeboten, außerdem gibt es 100 Stände mit Kunsthandwerk, Schmuck und Leckereien, Imbiss-Stände und mehr.

5. Dezember, 15-20 Uhr; 6./7. Dezember, 11-20 Uhr, Späth’sche Baumschulen, Späthstr. 80/81 (S Baumschulenweg/Bus 170 und 265, U 7 Blaschkoallee/Bus 170). Eintritt: 3  Euro, Kinder bis 16 J. frei. Ein Euro pro verkaufter Karte geht an das Kinderschutzzentrum Berlin

Weihnachtsbaum selbst schlagen – weitere Adressen

Es gibt noch viele weitere Orte, in denen man den Weihnachtsbaum selbst schlagen kann. Die Seite Reiseland Brandenburg hat eine Liste veröffentlicht, die unter folgendem Link zu finden ist. Übrigens sollte niemand der Versuchung nachgeben, sich seinen Baum einfach so aus dem Wald zu holen: Wer das tut, begeht einen Diebstahl – und das kann richtig teuer werden.

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