Weiße Schönheit mit Knoblauch-Aroma

Knoblauchsrauke Foto: Silke Böttcher
Knoblauchsrauke Foto: Silke Böttcher

Ein bisschen Phantasie (oder eine sehr gute Nase) braucht man schon, um den Duft wahrzunehmen, der der Knoblauchsrauke den Namen gegeben hat. Aber er ist vorhanden. Wer die Blätter der Pflanze, die in der Natur in Berlin und Brandenburg ziemlich häufig ist, zerreibt, dem steigt das Knoblauch-Aroma in die Nase.

Die Knoblauchsrauke ist nicht mit Knoblauch verwandt

Mit Knoblauch hat die Pflanze mit den zarten weißen Blüten und den herzförmigen, eingekerbten Blättern trotz des Namens nichts zu tun. Sie gehört zu den Kreuzblütlern, Knoblauch zu den Amaryllisgewächsen. Zu finden ist die Knoblauchsrauke vor allem in Laubwäldern und Gebüschen, sie wächst aber auch an schattigen Wegrändern und auf Schuttplätzen, oft in Nachbarschaft von Brennesseln.

Von winzig bis groß

Wenn sie genug Platz hat, kann sie bis zu einen Meter hoch werden, aber ich habe auch schon Winzlinge von 20 Zentimetern Höhe gesehen. Meistens stehen viele der Pflanzen zusammen und locken in ihrer Blütezeit zwischen April und Juli Bienen, Käfer und viele andere Insekten an, darunter auch seltene Arten wie das Waldbrettspiel, eine Schmetterlingsart. Sobald die Blüten befruchtet sind, entwickeln sich Schoten mit winzigen Samen, die aufplatzen, wenn sie reif sind.

Knoblauchsrauke: ein fast vergessenes Gewürz

Übrigens duftet die Knoblauchsrauke nicht nur knoblauchig, sie schmeckt auch so. Früher hat man sie als Gewürzpflanze genutzt, sie war eine Zutat, die vor allem arme Leute genutzt haben, die sich teure Gewürze nicht leisten konnten. Heute wird das lange fast vergessene Gewächs sie wieder entdeckt. Geerntet werden die jungen Blätter, in England etwa verwendet man sie als Füllung für Sandwiches.

Die Knoblauchrauke schmeckt am besten roh

Kochen sollte man die Blätter allerdings nicht, weil sie ihre pfeffrige Note dann verlieren. Man kann sie kleinhacken und zu Saucen oder anderen Speisen zugeben. Auch die Samen kann man essen – sie sind erstaunlich scharf. Kein Wunder, dass Knoblauchsrauke auch als Heilmittel bekannt ist: Die Pflanze wirkt schleimlösend und antiseptisch. Bei Insektenstichen kann man aus den Blättern der Knoblauchsrauke  Breiumschläge machen und auf die Haut auflegen.

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