Weiße Sterne auf der Moorwiese: das Sumpf-Herzblatt

Sumpf-Herzblatt Foto: Silke Böttcher
Sumpf-Herzblatt Foto: Silke Böttcher

Wer wissen möchte, woher das Sumpf-Herzblatt seinen Namen hat, der sollte sich nur mal die Blätter unten am Boden angucken. Genau: herzförmig. Allerdings ist das mit dem Sehen so eine Sache, denn die Pflanze ist wirklich sehr selten. In Brandenburger Feuchtgebieten könnte man ihr begegnen.

Das Sumpf-Herzblatt und der Waldsauerklee

Das Sumpf-Herzblatt hat mit seinen schneeweißen, von dunkleren Linien durchzogenen Blütenblättern ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Waldsauerklee. Verwechseln kann man beide aber schon aus einem ganz einfachen Grund nicht: Der Sauerklee blüht im April und Mai, das Sumpf-Herzblatt zwischen Juli und September.

Vorliebe für feuchte Wiesen

Außerdem ist der Lebensraum ein anderer, denn der Sauerklee steht im Wald, während das Sumpf-Herzblatt dem ersten Teil seines Namens alle Ehre macht. Die etwa 25 Zentimeter große Pflanze wächst auf sumpfigen Wiesen und in Flachmooren – dort, wo sie viel Sonne abbekommt.

Bestäubende Insekten werden „hereingelegt“

Allzu viel Nektar bietet das Sumpf-Herzblatt den bestäubenden Insekten nicht an. Die gelben Punkte in der Mitte der Blüte sehen nur aus wie Nektar. Vor allem Fliegen fallen darauf herein und übernehmen die Bestäubung, ohne eine süße Belohnung mitzubekommen.

Blüte als Wärmestube

Immerhin ist die Blüte ein Wärmeplatz, denn die weiße Farbe fokussiert das Sonnenlicht und sorgt dafür, dass es im Inneren der Blüte an kühleren Tagen ein paar Grad wärmer ist als außen. Die Insekten scheinen das zu wissen und nutzen die Blüte tatsächlich gern als „Wärmestube“.

Nach der Bestäubung bilden sich eiförmige Früchte, deren Samen mit Flügeln ausgestattet sind – beste Voraussetzungen dafür, mit dem Wind davongeweht zu werden.

Wie viele Pflanzen, die feuchte Böden lieben, ist auch das Sumpf-Herzblatt sehr selten, denn Moore und Sumpfgebiete gehören zu den Lebensräumen, die besonders gefährdet sind – Hauptursachen sind Trockenlegung und der Eintrag von Dünger. Deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele Sumpf-Pflanzen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. In Berlin habe ich das Sumpf-Herzblatt noch nicht gesehen, in Brandenburg auch nur selten. Es  ist streng geschützt!

Sumpf-Herzblatt: Heute nicht mehr als Heilpflanze genutzt

Früher setzte man die Pflanze gegen Galle- und Leberleiden ein. Weil es so selten ist, wird das Sumpf-Herzblatt heute nicht mehr als Heilmittel genutzt. Angucken und daran Freuen ist aber sehr zu empfehlen!

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