Wenn der Moorfrosch blau macht

Moorfrosch Foto: Carsten Böttcher
Moorfrosch Foto: Carsten Böttcher

Haben Sie schon mal einen blauen Frosch gesehen? Ich meine keinen Spielzeugfrosch, sondern einen sehr lebendigen – und sogar einen, den man auch in der Natur in Berlin und Brandenburg sehen kann. Um es spannender zu machen, hänge ich das Bild eines solchen Tieres unten an diesen Blogeintrag dran. Denn der Moorfrosch ist nicht immer blau. Normalerweise sieht er aus wie auf dem Bild oben. Aber der Reihe nach.

Der Moorfrosch – eine gefährdete Art

Da der Moorfrosch zu den sogenannten Braunfröschen gehört, ist er fast immer bräunlich grün gefleckt und damit bestens an seine Umgebung angepasst. Im Wald sieht man ihn erst dann, wenn er weghüpft. Dabei ist der Moorfrosch mit sechs Zentimetern Körperlänge nicht wirklich klein. Sein Lebensraum sind, wie der Name schon sagt, Feuchtgebiete. Flächen, die heute selten geworden sind, weil immer mehr Moore trockengelegt werden. Deshalb steht der Frosch auch auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Blaue Farbe als Balz-Schmuck

Dabei tut der Moorfrosch selbst viel für seine Vermehrung. Im Frühling (ungefähr jetzt) hört man seinen Balzruf, der sich anhört wie „uog-uog-uog“. Und jetzt kommt die Farbe ins Spiel: Um seine Bereitschaft zu unterstreichen, verfärbt er sich in der Paarungszeit ganz oder teilweise hellblau. Wie er das macht, ist unklar – und warum, ebenfalls. Als ich die blauen Frösche zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich, die Tiere wären in Farbe gefallen. Übersehen konnte man sie jedenfalls nicht. Prompt stakste ein Storch in geringem Abstand hinter der hüpfenden Meute her.

Moorfrosch-Weibchen legen 500 Eier

Wenn die blauen Frösche dem Storch entkommen und bei der Balz Erfolg haben, legen die Weibchen wenig später ungefähr 500 Eier im Laichballen ab, aus denen dann der Moorfrosch-Nachwuchs heranwächst. Ganz in Braungrün.


2 thoughts on “Wenn der Moorfrosch blau macht”

  1. Liebe Silke,
    außer zu Igeln haben wir auch zu Kröten ein ganz besonderes Verhältnis. Unter unserer Holzterrasse scheinen sich Kröten sehr wohl zu fühlen. Kurz nach der Dämmerung kommen sie dann heraus. Wir haben sie schon beim Liebesspiel hinter dem Strandkorb erwischt (sie geben dabei gar nicht so unmenschliche Geräusche von sich). Da wir in einer sehr katholischen Gegen leben und die Kröten keinen Trauschein vorweisen konnten, hat meine Frau das Treiben beendet und die Kröten verscheucht. Sie haben uns das aber nicht übel genommen.
    Wenn wir die Terrassentür offen lassen, kommt gerne eine Kröte ins Wohnzimmer. Gar nicht so einfach, die Kröte unversehrt wieder nach draußen zu befördern. Es sind übrigens sehr schöne Tiere, sie haben ein schönes Muster auf dem Rücken und fühlen sich auch gar nicht kalt und feucht an. Letztes Jahr habe ich beim Frühstück im Augenwinkel auf dem Fensterbrett unmittelbar neben mir eine Bewegung vernommen. Dort saß eine Kröte!!! Sie hatte die Nacht im Wohnzimmer verbracht und war dann, als wir aufgestanden sind, auf das Fensterbrett geflüchtet. Eine seltsame Begegnung am frühen Morgen.

    Vor ein paar Jahren habe ich einen koreanischen Kunden vom Flughafen abgeholt. Auf dem Weg in unser Werk fährt man auf kleinen Straßen durch das niederbayerische Hügelland. Entlang der Straßen sind Krötenzäune. Auf der Fahrt kamen wir an einem Krötensammler vorbei, der die Kröten entlang des Zaunes aufgesammelt hat. Der Kunde, der zum ersten Mal im Ausland war, fragte mich, ob in Deutschland viele Kröten gegessen werden. Ich erklärte ihm, dass der Krötensammler die Kröten auf der anderen Straßenseite wieder freilassen würde. Er hat mir das nicht geglaubt. In Korea würde wohl niemand, der einen Eimer voller Kröten gesammelt hat, diese freilassen anstatt sie zu verspeisen.

    Seit langer Zeit haben sich Kröten und Autofahrer in Niederbayern miteinander arrangiert. Kröten sind stets rechts abgebogen. Die Autofahrer haben sich darauf eingestellt und alle waren zufrieden.
    Aber dann eines Tages haben sich einige Kröten aufgemacht das eingespielte Zusammenleben mit den Autofahrern aufzukündigen. Sie begannen (welche Frechheit), links abzubiegen. Das war ein großer Schlamassel. Zum Glück hat die niederbayerische Obrigkeit schnell reagiert und die Autofahrer mit neu aufgestellten Schildern vor den neuerdings linksabbiegenden Kröten gewarnt. Gerade noch einmal gut gegangen.
    Liebe Grüße von Familie Müller

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