Wespenzeit in Berlin: Tipps zum Umgang mit den Plagegeistern

Sie kommt ohne Einladung. Und man wird sie nur sehr schwer wieder los. Was die Wespe zu einer der unbeliebtesten Tierarten des Sommers macht. Denn sie liebt Obstkuchen, Eis und süße Getränke  genauso wie wir, und wenn sie eine dieser Leckereien entdeckt hat, dann stürzt sie sich darauf – egal, was der Mensch am Tisch davon hält. In Berlin sieht man Wespen im Augenblick wieder überall auf den Terrassen von Cafés und Kneipen, auf Balkonen und Liegewiesen – überall dort, wo der Mensch etwas Essbares vor sich stehen hat.

Nur zwei Wespen-Arten fliegen auf Süßigkeiten

Die Abneigung der Menschen gegen das schwarz-gelbe Insekt bekommen auch die Hornissen zu spüren, die der Wespe zufällig ziemlich ähnlich sehen (mal abgesehen von der Größe), aber von menschlichen Speisen meist gar nichts wissen wollen. Und nicht nur sie: Wespe ist nämlich nicht gleich Wespe. Es gibt acht Wespen-Arten in Deutschland, und nur zwei lassen sich von Süßigkeiten anlocken: die Gemeine und die Deutsche Wespe.

Leben im Staat

Die Hautflügler werden ungefähr elf bis 14 Zentimeter lang und haben eine auffällige gelb-schwarze Zeichnung auf dem Hinterleib. Experten können die Gemeine und die Deutsche Wespe anhand ihrer Stirnplatte unterscheiden, die bei der Gemeinen Wespe einen breiten schwarzen Strich hat, bei der Gemeinen Wespe finden sich ein bis drei schwarze Punkte. Die Wespen leben ähnlich wie Bienen in Staaten, das Nest liegt meist unter der Erde,  aber die Tiere bauen es oft auch auf Dachböden oder in Hohlräumen von Häusern. Manchmal sieht man größere Nester, an denen die Waben gut zu erkennen sind. Die darin heranwachsenden Larven werden mit einem Brei aus zerkauten Insekten gefüttert.

Umgang mit Wespen: Empfehlungen des Nabu

Die Gemeine Wespe lebt von Nektar und Pflanzensäften, aber sie hat eine Vorliebe für Kuchen und andere süße Lebensmittel entwickelt. Auch an überreifen Früchten und Fallobst ist sie oft zu sehen. Wenn sie etwas Süßes entdeckt hat, lässt sie sich nur schwer vertreiben. Und was kann man gegen die Plagegeister unternehmen? Der Nabu empfiehlt, hektische Bewegungen zu vermeiden, weil Wespen stechen, wenn sie sich bedroht fühlen. Also nicht mit den Armen wedeln und schon gar nicht pusten, denn das ist für Wespen ein Alarmsignal. Was hilft, ist eine Schale mit überreifen Weintrauben fünf Meter entfernt vom Esstisch aufzustellen – das lockt sie weg. Honig oder Marmelade als Ablenkung sind weniger zu empfehlen, weil sie, so der Nabu, die Insekten aggressiv machen. Vorbeugend kann man dafür sorgen, dass reifes Obst rechtzeitig geerntet und Fallobst aufgesammelt wird. Auch die Ausscheidungen von Blattläusen locken Wespen an. Wer die Läuse (möglichst mit biologischen Mitteln) bekämpft, der hält auch die schwarz-gelben Plagegeister  fern.

Intensive Gerüche wie Parfum locken Wespen ebenfalls an – bei der Gartenparty also lieber darauf verzichten. Allgemein gilt: Lebensmittel im Freien möglichst abdecken, Reste verpacken und Getränke mit dem Strohhalm trinken, um Verschlucken von Wespen zu vermeiden. Bei Kindern sicherheitshalber den Mund nach dem Essen abwischen, damit die Wespen fern bleiben.

Bei Frost stirbt das Wespen-Volk

Wer ein Wespennest am Haus entdeckt, sollte auf keinen Fall den Einflugsbereich verschließen, denn dann suchen sich die Tiere einen anderen Ein- bzw. Ausgang –  und reagieren höchst aggressiv. Entfernen lassen sollte man ein Nest nur, wenn es unbedingt nötig ist, manchmal  kann man es von Experten auch umsiedeln lassen. Sobald es im Herbst die ersten Frostnächte gegeben hat, stirbt das Wespenvolk (die begattete Jungkönigin hat sich vorher einen Überwinterungsplatz in einem Erdloch gesucht), und man kann das Nest entfernen. Um zu verhindern, dass dieser Platz im nächsten Jahr wieder von Wespen besiedelt wird, sollte man die Stelle gründlich säubern.

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