Widderchen fliegen auf violette Blüten

Widderchen an einer Witwenblume Foto: Carsten Böttcher
Widderchen an einer Witwenblume Foto: Carsten Böttcher

Manche Blumen scheinen eine ganz besondere Ausstrahlung zu haben. Sie locken ganze Heerscharen von Insekten an. Diese hier kann man vor lauter Schmetterlingen kaum erkennen – es müsste eine Acker-Witwenblume sein, die  von gleich sieben Widderchen heimgesucht wird. Es ist ein Bild mit Seltenheitswert, denn die hübschen Falter sind in der Natur in Berlin und Brandenburg nicht häufig zu sehen.

Widderchen sind tagaktive Nachtfalter

Die Widderchen, die auch als Blutströpfchen bekannt sind, gehören zu den Nachtfaltern, und man kann einige Arten sogar in den Tropen sehen. Typisch sind die schwarzglänzenden Flügel mit  ihren roten Flecken, die den Spitznamen Blutströpfchen erklären. Mir sind die Insekten bisher hauptsächlich auf violetten Blüten aufgefallen, für die sie offenbar eine besondere Vorliebe haben.  Nachtaktiv sind die meisten Widderchen-Arten übrigens nicht, obwohl sie zu den Nachtfaltern gehören. Man sieht sie meistens am Nachmittag auf Wiesen, die diese Bezeichnung noch verdienen. Wiesen mit Disteln, Witwenblumen, Taubenskabiosen und anderen Blumen.

Intensive Landwirtschaft bedroht das Widderchen

Wenn es keine violetten Blüten gibt, fliegen die Insekten auch andere Pflanzen an.  Aber sie bleiben meist ihrem Lebensraum treu und sind deshalb gute Bioindikatoren – Lebewesen, die auf (menschliche) Einflüsse reagieren. Verschwindet eine solche Art vom bisherigen Lebensraum, zeigt dies, dass etwas nicht stimmt. Bei den Widderchen droht Gefahr durch stickstoffhaltige Düngemittel und intensive Bewirtschaftung von Wiesen.

Ganze Gruppen an einer einzigen Blüte

Streitsüchtig scheinen sie nicht zu sein. Einträchtig saugen manchmal ganze Scharen von Widderchen an einer einzigen Blüte. Sie lassen sich auch von fotografierenden Bewunderern kaum stören und fliegen erst auf, wenn man ihnen sehr nahe kommt.

Die auffällige Farbe der Widderchen ist übrigens kein Zufall. Sie signalisiert Fressfeinden: Vorsicht, ich bin giftig! Und das sind sie wirklich: Einige Arten enthalten sogar Blausäure. Prompt hat sich die Natur etwas einfallen lassen: Es gibt andere Schmetterlinge, die das Aussehen der Widderchen imitieren, um Feinde abzuschrecken. Und? Diese Form der Täuschung funktioniert! Meistens…

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